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Pharma-Kritik

Aktuelle Antibiotikafragen

E. Gysling, P. Ritzmann
pharma-kritik Jahrgang 38 , Nummer 1, PK989
Redaktionsschluss: 12. April 2016
DOI: https://doi.org/10.37667/pk.2016.989

Antibiotika-Resistenzen und der Mangel an neuen antimikrobiellen Substanzen sind Probleme, die auch die hausärztliche Praxis betreffen. Eine zurückhaltende, Evidenz-basierte Verschreibung trägt dazu bei, dass sich die Resistenzlage nicht ständig verschlechtert. Für die häufigsten Infektionskrankheiten in der ambulanten Praxis kann man sich auf entsprechende Studien stützen; eine antibiotische Therapie ist nicht immer notwendig.

Während die Behandlung von Infektionskrankheiten allgemein weitere Fortschritte macht, sind nun seit bald 20 Jahren keine neuen antimikrobiellen Wirkstoffe mehr eingeführt worden, die in der Hausarztpraxis von Bedeutung wären. Im Gegenteil: wohl in erster Linie aus kommerziellen Gründen sind Präparate wie Roxithromycin (Rulid®) und Trimethoprim (als Monopräparat) verschwunden; auch von Benzylpenicillin ist nur noch ein einziges Präparat (Penicillin «Grünenthal») erhältlich. Die aktuelle Situation betrifft drei Bereiche: (1) zunehmende Antibiotika-Resistenzen, (2) Mangel an neuen Antibiotika und (3) zunehmende Komplexität der Behandlungsprobleme. Es hat sich auch gezeigt, dass verschiedene unerwünschte Antibiotika-Wirkungen, die grundsätzlich schon länger bekannt sind, vermehrt beachtet werden sollten. Im folgenden Text werden einige dieser Probleme besprochen und mögliche Strategien aufgezeigt.

Antibiotika-Resistenz
Dass bakterielle Erreger in der Regel auf gewisse Antibiotika resistent sind, ist so lange kein Problem, als geeignete Alternativen zur Verfügung stehen. Multiresistente Keime stellen dagegen heute mehr und mehr eine Herausforderung dar, in erster Linie in den Spitälern sowie allenfalls in Chronischpflege-Institutionen. Man kennt heute eine ganze Reihe von sogen. Problemkeimen.

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