Unerwünscht

Unerwünschte Wirkungen von Medikamenten sind ein Thema, das uns in Praxis und Spital ständig beschäftigt. Zwar ist es wahr, dass uns mit den modernen Arzneimitteln Wirkstoffe zur Verfügung stehen, die viel kleinere Risiken mit sich bringen als die Pharmakotherapie vor beispielsweise 100 Jahren. Dennoch sind unerwünschte Wirkungen von enormer Bedeutung, da sie auch heute noch viel zu oft zu Spitaleinweisungen und auch zu Todesfällen führen, besonders bei älteren Leuten. Damit ist klar, dass es im Interesse unserer Patientinnen und Patienten unerlässlich ist, dass wir uns alle zu bekannten und neu entdeckten Nebenwirkungen und Risiken à jour halten. In Tat und Wahrheit spielt dieses Thema in der medizinischen Fortbildung jedoch bestenfalls eine marginale Rolle: Informationen zu unerwünschten Wirkungen sind unerwünscht. Der Grund, warum unerwünschte Arzneimittelwirkungen in medizinischen Fachzeitschriften und an medizinischen Fortbildungsveranstaltungen aller Art quasi abwesend sind, ist offensichtlich. Die Pharma-Industrie, die für die Finanzierung der Fortbildung eine wichtige Rolle spielt, ist nicht wirklich daran interessiert, dass wir uns mit unerwünschten Wirkungen befassen. So kommt es, dass z.B. die Zeitschriften, die uns gratis und franko ins Haus geliefert werden, dank prominenten Professoren allerlei Wissenswertes zu Krankheiten und Medikamenten (und nicht selten auch eine reichliche Auswahl von Inseraten zu ungenügend dokumentierten Mitteln) anbieten, aber einfach nichts zu medikamentös induzierten Problemen.

Es ist dieses Defizit an wichtigen Informationen, das uns dazu bewogen hat, in jeder pharma-kritik-Nummer mindestens eine Seite den unerwünschten Wirkungen zu widmen. Auch in den kurzen Zusammenfassungen «unabhängiger Quellen» und in den infomed-screen-Texten finden sich Hinweise auf Probleme. Nicht zu vergessen, was Urs­peter Masche seit Jahren für uns an «Bad Drug News» aufstöbert und in kurzer Form im Internet präsentiert – ein Infomed-Gratisangebot, das jedermann ermöglicht, mehr zu  wichtigen und weniger wichtigen Nebenwirkungen zu erfahren.
Geschätzte Lesedauer: Von 2 bis 3 Minuten

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Unerwünscht (17. Februar 2023)
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pharma-kritik, 44/No. 5
PK1231