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Niereninsuffizienz verschlechtert Prognose nach Herzinfarkt

  • k -- Wright RS, Reeder GS, Herzog CA et al. Acute myocardial infarction and renal dysfunction: a high-risk combination. Ann Intern Med 2002 (1. Oktober); 137: 563-70 [Link]
  • Kommentiert von: Michel Zuber
  • infomed screen Jahrgang 7 (2003) , Nummer 1
    Datum der Ausgabe: Januar 2003

Schlussfolgerungen

Bei einem Kollektiv der «Mayo Clinic» von 1'320 Personen ohne Niereninsuffizienz und 1'786 Personen mit leichter bis dialysepflichtiger Niereninsuffizienz wurden
Behandlung und Verlauf analysiert, nachdem sie einen akuten Herzinfarkt erlitten hatten. Mit dem Grad der Niereninsuffizienz stieg das Risiko an, während der
Hospitalisation zu sterben; gleichermassen nahm die Anzahl von Acetylsalicylsäure- und Betablocker-Verschreibungen sowie von Reperfusionstherapien ab. Die Studie kommt ebenfalls zum Schluss, dass Niereninsuffiziente nach akutem Herzinfarkt eher sterben und zurückhaltender behandelt werden als Nierengesunde.

Beide retrospektiven Artikel sensibilisieren uns auf die Tatsache, dass jeglicher Schweregrad einer Niereninsuffizienz die Infarktprognose drastisch verschlechtert,
was durchaus die Frage berechtigt, warum dieser Hochrisikogruppe eine Reperfusion und spätere Prophylaxe vorenthalten wird. Das rapportierte Alter von teils über 80 Jahren je nach Nierenfunktionsstörung lässt jedoch vermuten, dass die betreuenden Ärztinnen und Ärzte in Anbetracht der fehlenden prospektiven Studien, dem erhöhten Blutungsrisiko und der sicher erhöhten Komorbidität intuitiv zurückhaltend vorgegangen sind, was sich sicher auch in unsere Arbeitsweise übertragen lässt. Ein individuelles Vorgehen beim betagten Kranken sollte jedenfalls unter Berücksichtigung seiner Komorbidität beibehalten und ein kardialer Tod im Verlauf nicht nur als negatives Ereignis wahrgenommen werden.

Michel Zuber

Standpunkte und Meinungen
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infomed-screen 7 -- No. 1
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Niereninsuffizienz verschlechtert Prognose nach Herzinfarkt (Januar 2003)