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Hochdosis-Chemotherapie bei Brustkrebs: nochmals eine negative Studie

r -- Stadtmauer EA, O’Neill A, Goldstein LJ et al. Conventional-dose chemotherapy compared with high-dose chemotherapy plus autologous hematopoietic stem-cell transplantation for metastatic breast cancer. N Engl J Med 2000 (13. April); 342: 1069-76 [Link]
Kommentator(in): 
infomed screen Jahrgang 4 (2000) , Nummer 5
Datum der Ausgabe: Mai 2000

Studienziele

Bei metastasierendem Brustkrebs haben Studien mit einer Hochdosis-Chemotherapie und anschliessender autologer Stammzelltransplantation günstige Resultate ergeben; diese wurden aber bisher noch wenig mit den Resultaten einer konventionellen Chemotherapie verglichen. Ziel der vorliegenden Studie war es, dies nachzuholen.

Methoden

In diese zwischen 1990 und 1997 durchgeführte nordamerikanische Studie wurden 553 Frauen mit metastasierendem Brustkrebs aufgenommen. Die Patientinnen erhielten eine Induktionstherapie mit 4 bis 6 Zyklen von Standardchemotherapeutika: Cyclophosphamid (Endoxan-Asta®), Methotrexat oder Doxorubicin (Adriblastin® u.a.) und Fluorouracil. Danach erhielten diejenigen Frauen, bei denen die Induktionstherapie eine Tumorremission bewirkte, nach dem Zufall eine Hochdosis-Chemotherapie (n=83) oder eine Erhaltungstherapie (n=101). Die Hochdosistherapie beinhaltete einen Zyklus mit hochdosiertem Carboplatin (Paraplatin® u.a.), Thiotepa und Cyclophosphamid mit anschliessender autologer Stammzelltransplantation. Die Erhaltungstherapie entsprach durchschnittlich acht weiteren Zyklen mit Standardchemotherapeutika. Die beiden Therapiegruppen wurden bezüglich Überlebensrate und Rezidivfreiheit verglichen.

Ergebnisse

Drei Jahre nach Therapiebeginn lebten noch 32% der Frauen aus der Hochdosisgruppe und 38% aus der Vergleichsgruppe, kein signifikanter Unterschied. Auch bezüglich rezidivfreier Zeit – in beiden Gruppen zwischen 9 und 10 Monaten – ergab sich kein signifikanter Unterschied. Unter der Hochdosistherapie traten viel häufiger Nebenwirkungen (Knochenmarktoxizität, Infekte, Durchfall u.a.) auf.

Schlussfolgerungen

Frauen mit metastasierendem Brustkrebs, die unter einer Standardchemotherapie mindestens eine Teilremission erzielen, profitieren nicht von einer zusätzlichen Hochdosistherapie.

Diese Studie setzt die Kette randomisierter Studien mit Hochdosis-Chemotherapie gegenüber konventioneller Chemotherapie fort. Auch ihr gelingt es nicht, einen Vorteil der Hochdosisbehandlung bezüglich progressionsfreiem Zeitintervall und Gesamtüberleben beim metastasierenden Mammakarzinom zu dokumentieren. Diese Tatsache erhält angesichts der enormen Toxizität der Hochdosisbehandlung noch mehr Gewicht, ganz abgesehen vom Risiko der sekundären Hämoblastose, zu dessen Beurteilung die Beobachtungszeit von 3 Jahren nicht reicht. Auf Grund dieser Daten ist eine Hochdosisbehandlung nach Induktionsbehandlung des metastasierenden Mammakarzinoms ausserhalb einer Studie nicht gerechtfertigt.

Peter Forrer

 

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