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Erfolgreiche Infertilitätstherapie

r -- Guzick DS, Carson SA, Coutifaris C et al. Efficacy of superovulation and intrauterine insemination in the treatment of infertility. N Engl J Med 1999 (21. Januar); 340: 177-83 [Link]
Kommentiert von: Fides Küng
infomed screen Jahrgang 3 (1999) , Nummer 3
Datum der Ausgabe: März 1999

Studienziele

Zur Behandlung der Infertilität werden häufig zwei Methoden angewandt: die intrauterine Insemination und die Induktion einer Superovulation mit Gonadotropinen. In einer grossen randomisierten Studie wurde die Wirksamkeit der beiden Behandlungen einzeln und in Kombination untersucht. Als Kontrolle diente die intrazervikale Insemination.

Methoden

Man untersuchte 932 infertile Paare. Bei den Frauen waren die üblichen Infertilitätsabklärungen negativ, bei den Männern mussten lebende Spermien vorhanden sein. Die Paare wurden in vier Gruppen aufgeteilt und wie folgt behandelt: 1. Gruppe (Kontrollgruppe, n=233): Intrazervikale Insemination zum Zeitpunkt der Ovulation; 2. Gruppe (n=234): Intrauterine Insemination; 3. Gruppe (n=234): Superovulation und intrazervikale Insemination; 4. Gruppe (n=231): Superovulation und intrauterine Insemination. Die Behandlung wurde während vier nicht notwendigerweise aufeinanderfolgenden Zyklen durchgeführt.

Ergebnisse

In der 1. Gruppe (Kontrolle) wurden 10% der Frauen schwanger, in der 2. Gruppe (intrauterine Insemination) 18%, in der 3. Gruppe (Superovulation und intrazervikale Insemination) 19%, in der 4. Gruppe (Superovulation und intrauterine Insemination) 33%. Die Anzahl der Schwangerschaften pro Insemination betrug in den Gruppen 1-4: 2%, 5%, 4%, 9%. Bei geringer Spermaqualität führte die alleinige intrauterine Insemination zu deutlich mehr Schwangerschaften als die Superovulation plus intrazervikale Insemination. 162 Paare haben die Behandlung während der Studie abgebrochen, wobei die Anzahl der Abbrüche bei den hormonbehandelten Gruppen deutlich höher war. In der 4. Gruppe traten viermal mehr Aborte auf als in den anderen Gruppen, lebende Säuglinge wurden bei 72% der Schwangerschaften geboren. Von den 166 Schwangerschaften waren 25 Mehrlingsschwangerschaften, alle nach Superovulation.

Schlussfolgerungen

Die intrauterine Insemination und die induzierte Superovulation erhöhen die Zahl der Schwangerschaften bei infertilen Paaren, besonders wenn sie kombiniert angewendet werden. Diese Resultate sollten bei der Beratung von infertilen Paaren berücksichtigt werden, insbesondere im Vergleich mit der Invitro-Fertilisation.

Obwohl die ovarielle Stimulation mit Gonadotropinen wie auch die intrauterine Insemination gängige Methoden der Sterilitätstherapie sind, gibt es dazu erstaunlich wenige prospektive Untersuchungen. Somit ist es sehr begrüssenswert, dass hier eine grössere, prospektiv randomisierte Studie vorliegt. Bei der idiopathischen Sterilität und männlichen Subfertilität ergibt sich mit der Kombination von Stimulation und Insemination gegenüber alleiniger Inseminations- oder alleiniger Stimulationsbehandlung eine deutlich höhere Schwangerschaftschance. Zu wünschen wäre nun noch ein prospektiv randomisierter Vergleich mit dem wesentlich einfacher zu handhabenden und billigeren Clomifen (z.B. Serophene®), um daraus einen Algorithmus für den praktischen Alltag abzuleiten.

Fides Küng

 

Standpunkte und Meinungen

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Erfolgreiche Infertilitätstherapie (März 1999)
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