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Telemonitoring bei Herzinsuffizenz enttäuscht

r -- Chaudhry SI, Mattera JA, Curtis JP et al. Telemonitoring in patients with heart failure. N Engl J Med. 2010 (9. Dezember); 363: 2301-9 [Link]
Zusammerfasser(in): Peter Ritzmann
infomed screen Jahrgang 15 (2011) , Nummer 2
Datum der Ausgabe: April 2011

Telemonitoring gehört zur sogenannten Telemedizin und meint die Überwachung von Kranken mit technischen Hilfsmitteln. In kleineren Studien schien ein Telemonitoring die Prognose bei einer Herzinsuffizienz zu verbessern. In dieser randomisierten Studie aus den USA wurden 1'653 Personen, die wegen einer Herzinsuffizienz im Spital behandelt worden waren, untersucht. Die eine Hälfte wurde aufgefordert, täglich via Telefon einen automatischen Dienst zu kontaktieren, bei dem systematisch nach dem Befinden und den Symptomen der Herzinsuffizienz gefragt wurde. Dieser kommerziell betriebene Dienst belieferte die Betreuenden mit den Antworten der Teilnehmenden und zeigte bei bestimmten Antworten Warnungen an. Als primärer Endpunkt dienten Wiedereintritte ins Spital oder der Tod der Teilnehmenden.

Über die sechsmonatige Studiendauer musste fast die Hälfte der Untersuchten wieder ins Spital und gut 10% starben. Dies war in beiden Gruppen etwa gleich häufig der Fall. Auch bezüglich sekundärer Endpunkte wie Hospitalisationen wegen Herzinsuffizienz oder Anzahl der Tage im Spital konnte in der Telemonitoring-Gruppe kein Vorteil nachgewiesen werden. Obwohl grosse Anstrengungen bezüglich Instruktion und technischem Support gemacht worden waren, nutzten nur rund die Hälfte der Beteiligten der Interventionsgruppe das Angebot bis zum Schluss, 14% gar kontaktierten den Dienst kein einziges Mal.

Telemedizin bietet neue Möglichkeiten für die Betreuung von Patientinnen und Patienten. Das aktuelle Beispiel illustriert, dass aber nicht alles aus dem eHealth-Bereich, was überzeugend aussieht, schliesslich auch einen relevanten Nutzen für die Kranken bringt. Und natürlich auch, dass vielversprechende Resultate aus kleineren Studien die Übernahme von neuen Betreuungskonzepten (noch) nicht rechtfertigen.

Zusammengefasst von Peter Ritzmann

 

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Telemonitoring bei Herzinsuffizenz enttäuscht (April 2011)
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