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Helicobacterinfektion: Risiko für Ehepartner

k -- Parente F, Maconi G, Sangaletti O et al. Prevalence of Helicobacter pylori infection and related gastroduodenal lesions in spouses of Helicobacter pylori positive patients with duodenal ulcer. Gut 1996 (November); 39: 629-33
Kommentator(in): 
infomed screen Jahrgang 1 (1997) , Nummer 3
Datum der Ausgabe: März 1997

Studienziele

Wie Helicobacter pylori genau übertragen wird, ist unklar. Inder vorliegenden Studie aus Italien wurde untersucht, ob Ehepartner von H. pylori-seropositiven Patienten mit Duodenalulzera ein erhöhtes Risiko für eine Infektion und für endoskopisch nachweisbare gastroduodenale Läsionen haben.

Methoden

124 Ehepartner (48% Männer) von Personen mit Duodenalulzera wurden in die Studie aufgenommen. Bei allen wurden IgG-Antikörper gegen H. pylori gesucht. Chronische oder rezidivierende Dyspepsien wurden mit Hilfe eines Fragebogens erfasst. Bei einem Teil der Ehepartner wurde eine Endoskopie mit Biopsie sowie ein Urease-Schnelltest durchgeführt. Als Kontrollgruppe dienten 248 freiwillige Blutspender.

Ergebnisse

Bei Ehepartnern von Personen mit Duodenalulzera konnten statistisch signifikant häufiger Antikörper gegen H. pylori(71%) nachgewiesen werden als bei Kontrollpersonen (58%).34% der Ehepartner von H. pylori-positiven Personen klagten über dyspeptische Beschwerden, jedoch nur 12% der Ehepartner von H. pylori-negativen Personen. Bei 48 von 49 seropositiven Ehepartnern (98%) wurde endoskopisch eine chronische Infektion mit Entzündungen, Erosionen oder Ulzera im Bereich des Magens oder des Duodenums gefunden.

Schlussfolgerungen

Ehepartner von Personen, die eine H. pylori-Infektion durchgemacht haben, weisen ein erhöhtes Risiko auf, ebenfalls mit H. pylori infiziert zu werden und allenfalls eine Ulkuskrankheit zu entwickeln.

Die Epidemiologie von Helicobacter pylori ist noch immer nicht restlos geklärt. Die Infektion erfolgt wahrscheinlich oft bereits in früher Kindheit. Das Infektionsrisiko wird durch sozioökonomische Faktoren beeinflusst. Personen, die in engen Verhältnissen mit zahlreichen anderen Personen leben, sind häufiger infiziert. Die Übertragung erfolgt wahrscheinlich auf fäko-oralem, wie auch auf oral-oralem Weg. Wie eine in dergleichen Zeitschrift veröffentlichte griechische Studie zeigt, findet man bei Ehepaaren oft genetisch identische Bakterienstämme.1

Benedikt Holzer

1 Georgopoulos SD, Mentis AF, Spiliadis CA et al. Helicobacter pylori infection in
spouses of patients with duodenal ulcers and comparison of ribosomal RNA gene
patterns. Gut 1996; 39: 634-8

 

Standpunkte und Meinungen

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