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Intensive Nachkontrolle bei kolorektalen Karzinomen!

m -- Renehan AG, Egger M, Saunders MP, O’Dwyer AT. Impact on survival of intensive follow up after curative resection for colorectal cancer: systematic review and meta-analysis of randomised trials. BMJ 2002 (6. April); 324: 813-20 [Link]
Kommentator(in): 
infomed screen Jahrgang 6 (2002) , Nummer 8
Datum der Ausgabe: August 2002

Studienziele
In den westlichen Industrieländern sind kolorektale Karzinome die zweithäufigsten Tumoren. Bei rund zwei Dritteln der betroffenen Personen wird der Tumor in kurativer Absicht entfernt. Von diesen erleiden aber 30 bis 50% Rezidive. Auf welche Weise und wie oft Nachkontrollen zu erfolgen haben, ist nicht klar. Die vorleiegende systematische Übersicht fasst randomisierte Studien zu dieser Frage zusammen.

Methoden
Mit einer systematischen Suche wurden randomisierte Studien erfasst, in denen Nachkontrollen bei Personen mit einem kolorektalen Karzinom vorgenommen wurden. Die Randomisierung in eine Gruppe, in der intensiv nachkontrolliert wurde, und in eine Kontrollgruppe musste unmittelbar nach einer Tumoroperation erfolgt sein. Primärer Endpunkt war die Mortalität nach 5 Jahren, sekundäre Endpunkte waren lokale Rezidive, Art der Rezidive und Auftreten von Metastasen. Auch wurde eine Subgruppenanalyse für Studien geplant, in denen Computertomografien und Bestimmungen des karzinoembryonalen Antigens (CEA) zur Entdeckung extraluminaler Rezidive eingesetzt wurden.

Ergebnisse
Fünf Studien aus den 1990er Jahren mit insgesamt 1'342 Kranken qualifizierten sich für die Metaanalyse. Die Qualität der Studien war methodologisch mässig. In einer Studie wurde präoperativ regelmässig bestrahlt, in keiner wurde eine Chemotherapie vorgenommen. In den Gruppen mit intensiven Nachkontrollen wurden in den ersten 2 Jahren 3monatlich und später 6monatlich Untersuchungen durchgeführt, unter anderem mindestens einmal jährlich eine Koloskopie. In 4 von 5 Studien wurden auch Computertomogramme angefertigt und das CEA regelmässig bestimmt. Nach 5 Jahren waren in den Gruppen mit intensiven Nachkontrollen 30% gestorben gegenüber 37% in den Kontrollgruppen (RR 0,81; 95%-CI 0,70-0,94). Der Mortalitätsunterschied war grösser in den Studien, in denen Computertomografien und Bestimmungen des CEA durchgeführt worden waren. Rezidive waren gleich häufig, wurden in den Interventionsgruppen aber durchschnittlich 8,5 Monate früher und häufiger als isolierte lokale Rückfälle diagnostiziert.

Schlussfolgerungen
Intensive Nachkontrollen senken das Sterberisiko von Personen, bei denen in kurativer Absicht ein kolorektales Karzinom operiert wurde. Der Effekt ist möglicherweise darauf zurückzuführen, dass Rezidive früher erkannt werden. Welche Untersuchungen in welchem Abstand durchgeführt werden sollen, muss mit weiteren Studien untersucht werden. (AW)

Mit dieser Metaanalyse wird gezeigt, dass die Gesamtmortalität durch engmaschige Kontrollen kurativ resezierter kolorektaler Karzinome infolge früherer Entdeckung vor allem von extraintestinalen Metastasen signifikant reduziert werden kann. CEA und Abdomen- Computertomografie weisen einen hohen diagnostischen Stellenwert auf. Diese Erkenntnisse sollten im Rahmen überregionaler kontrollierter komprehensiver Studien nach Tumorlokalisation (Rektum bzw. Kolon) und pTN-Stadium stratifiziert zu neuen Tumornachsorge- Guidelines führen.

Max Giger

 

Standpunkte und Meinungen

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Intensive Nachkontrolle bei kolorektalen Karzinomen! (August 2002)
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