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Anämie bei Niereninsuffizienz nicht zu stark korrigieren

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 8. Dezember 2006

Bei chronischer Niereninsuffizienz werden zur Behandlung der Anämie erythropoetische Wachstumsfaktoren wie Epoetin (Eprex®, Recormon®) oder Darbepoetin (Aranesp®) verwendet. In zwei Studien hatte man nun untersucht, welchen Einfluss es hat, wenn mit einer entsprechenden Epoetin-Dosis versucht wird, die Anämie möglichst vollständig zu korrigieren. In der einen Studie zählte man sowohl bei höheren wie bei niedrigeren Hämoglobinwerten ungefähr gleich viele kardiovaskuläre Ereignisse. In der anderen Studie dagegen trat der primäre Endpunkt (Todesfall, Herzinfarkt, Schlaganfall oder Hospitalisation wegen Herzinsuffizienz) bei Personen, bei denen ein normaler Hämoglobinwert von 13,5 g/dl angestrebt worden war, signifikant häufiger auf als in der anderen Gruppe mit dem niedrigeren Zielwert von 11,3 g/dl. Ein möglichst normaler Hämoglobinwert nützt Niereninsuffizienten also nichts, sondern scheint eher noch zu schaden.

Abstracts der beiden Studien aus dem "New England Journal of Medicine":
http://content.nejm.org/cgi/content/abstract/355/20/2071
http://content.nejm.org/cgi/content/abstract/355/20/2085

Entsprechende Information der amerikanischen FDA:
http://www.fda.gov/cder/drug/InfoSheets/HCP/RHE_HCP.htm

Frühere BDN-Texte zu Epoetin:
http://www.infomed.org/bad-drug-news/bdn54.html
http://www.infomed.org/bad-drug-news/bdn78.html

 

 
Anämie bei Niereninsuffizienz nicht zu stark korrigieren (8. Dezember 2006)
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