Auch Desogestrel erhöht Meningeom-Risiko
- Verfasst von: Urspeter Masche
- Datum: 4. Januar 2026
Gestagene können, wie bei einigen Vertretern dieser Substanzgruppe beobachtet wurde, das Risiko eines Meningeoms erhöhen (siehe zum Beispiel: Cyproteron [Androcur®]: Erhöhtes Risiko für Meningeome). In einer französischen Fall-Kontroll-Studie wurde deshalb untersucht, ob dies auch für Desogestrel und Levonorgestrel zutrifft, zwei Gestagenen, die allein oder in Kombination mit einem Östrogen als Kontrazeptiva verwendet werden.
Über 8000 Frauen, bei denen ein intrakranielles Meningeom diagnostiziert worden war, stellte man einer Kontrollpopulation gegenüber. Dabei fanden sich unter den Frauen mit einem Meningeom signifikant häufiger solche, die während mindestens 1 Jahr Desogestrel (75 µg/Tag) eingenommen hatten (OR = 1,32 [1,14–1,53]) – wobei das Risiko umso höher lag, je länger Desogestrel eingenommen worden war. Man schätzte, dass pro 60’000 bis 70’000 Frauen, die längere Zeit Desogestrel verwenden, 1 zusätzlicher Fall eines zu operierenden Meningeoms auftrete.
Bei Levonorgestrel dagegen hatte man in der Fallgruppe nicht mehr Verschreibungen gezählt als in der Kontrollgruppe.
Volltext der Studie aus dem BMJ: Oral contraceptives with progestogens desogestrel or levonorgestrel and risk of intracranial meningioma: national case-control study
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