Im Fokus

Update
19. Juni 2026

Schwangerschaftsdiabetes

  • Bei rund 10% der Schwangeren tritt im Verlauf der Schwangerschaft ein Diabetes auf, der nach der Geburt wieder verschwindet («gestational diabetes», GDM)
  • Internationale und viele nationale Fachgremien empfehlen, bei allen schwangeren Frauen in der 24. bis 28. Schwangerschaftswoche einen Toleranztest mit 75 g Glukose durchzuführen.
  • Übersteigen dabei die Blutzucker-Werte nüchtern oder 1 und 2 Stunden nach oraler Belastung bestimmte Grenzwerte (5,1 – 10,0 – 8,5 mmol/l) , so muss ein GDM diagnostiziert werden. Auch andere Screening-Verfahren sind möglich.
  • Bei Frauen mit bekannten Risikofaktoren (z.B. Alter über 35) soll schon im ersten Trimenon ein Nüchtern-Blutzucker oder ein HbA1c bestimmt werden. Werte über 5,0 mmol/l bzw. 5,7% müssen überprüft werden, um einen GDM auszuschliessen.
  • Frauen mit GDM sollen ihren Blutzucker regelmässig selbst kontrollieren. Der GDM soll primär mit angepasster Ernährung und vermehrter körperlicher Aktivität behandelt werden. Genügt dies nicht, so ist eine medikamentöse Therapie indiziert.
  • Insulin gilt nach wie vor als zuverlässigste Therapie des GDM. Heute wird jedoch auch Metformin als mögliche (weniger aufwendige) Option akzeptiert. Metformin kann auch mit Insulin kombiniert werden. Andere Antidiabetika sind bei GDM ungenügend dokumentiert

Infomed-Screen
13. August 2026

Deprescribing von Protonenpumpenhemmern

Trotz statistischer Signifikanz war der Erfolg der hier durchgeführten Intervention zum Deprescribing bescheiden.

Arzneimittel-Probleme
12. August 2026

Antibiotika bei zirrhosebedinger Varizenblutung wahrscheinlich unnötig

Es scheint, dass eine generelle Antibiotikaprophylaxe bei zirrhosebedingter Varizenblutung im Gastrointestinaltrakt nicht gerechtfertigt ist.

Unabhängige Quellen
6. August 2026

Medikamente können Sturzrisiko erhöhen

Die amerikanische Publikation «Worst Pills, Best Pills» hat die Medikamente zusammengestellt, die das Risiko von Stürzen erhöhen. 

Infomed-Screen
29. Juli 2026

Antikoagulation und NSAR gleichzeitig: erhöhtes Blutungsrisiko?

Die Erkenntnisse über das potentielle kombinierte Blutungsrisiko bei  gleichzeitiger Einnahme von oralen Antikoagulantien und nichtsteroidalen Antirheumatika beschränkten sich bisher auf widersprüchliche Post-hoc-Analysen klinischer Studien und auf Versicherungsdaten.

Unabhängige Quellen
28. Juli 2026

RSV-Impfung von Schwangeren problematisch?

Der japanische Newsletter «MedCheck» berichtet zu einer Nachanalyse der Studie, in der die Wirkung des RSV-Impfstoffes Abrysvo® bei schwangeren Frauen und ihren Säuglingen untersucht wurde.

Arzneimittel-Probleme
24. Juli 2026

Leberschäden unter Cenobamat (Ontozry®)

Eine Therapie mit Cenobamat sollte nur unter Kontrolle der Leberwerte stattfinden. 

Arzneimittel-Probleme
21. Juli 2026

Verschiedene SSRI/SNRI haben ein ähnliches Blutungsrisiko

Diese Metaanalyse bestätigt, dass das relative Risiko für gastrointestinale Blutungen unter SSRI/SNRI erhöht ist. Signifikante Unterschiede zwischen den einzelnen Medikamenten konnten jedoch nicht nachgewiesen werden.   

Infomed-Screen
16. Juli 2026

Transkutane elektrische Nervenstimulation bei Fibromyalgie

Kann die Ergänzung einer ambulanten Physiotherapie durch transkutane elektrische Nervenstimulation die bewegungsabhängigen Schmerzen bei Fibromyalgie vermindern?

Unabhängige Quellen
15. Juli 2026

Was nützen Antihypertensiva im Alter?

In der neuesten Version einer Metaanalyse in der Cochrane Library wurde der Nutzen von Antihypertensiva bei Menschen im Alter von über 60 Jahren untersucht.