Endlich verfügbar! Unser beliebter Medikamentenführer "100 wichtige Medikamente" ist sehr bald in einer neuen Ausgabe erhältlich. Bis Ende Januar 2020 können Sie das Buch zu stark reduziertem Preis bestellen.

Bestellen!

infomed-screen

Risiken von Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (Studie 3)

a -- Sanz EJ, De-las-Cuevas C, Kiuru A et al. Selective serotonin reuptake inhibitors in pregnant women and neonatal withdrawal syndrome: a database analysis. Lancet 2005 (5. Februar); 365: 482-7 [Link]
Zusammerfasser(in):
Kommentator(in): Konrad Michel
infomed screen Jahrgang 9 (2005) , Nummer 4
Datum der Ausgabe: April 2005

In dieser dritten Studie zu den Risiken von SSRI wurde untersucht, ob Entzugssymptome auch bei Neugeborenen von Müttern unter Therapie vorkommen. Die Studienverantwortlichen untersuchten Meldungen zu vermuteten Medikamentennebenwirkungen aus mehreren Ländern. Die Daten deuten darauf hin, dass SSRI, im speziellen Paroxetin (Deroxat® u.a.), bei Neugeborenen von Müttern unter dieser Behandlung zu einem neonatalen Entzugssyndrom führen können. Bei der Behandlung von Schwangeren mit Medikamenten aus dieser Gruppe ist deshalb Vorsicht geboten.

Zusammengefasst von Karin Huwiler

Nachdem die Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) jahrelang als sichere Mittel in der Behandlung suizidgefährdeter Personen empfohlen wurden, erscheinen nun Berichte, wonach diese Antidepressiva das Suizidrisiko erhöhen könnten, in erster Linie bei Kindern und Jugendlichen, offenbar aber auch bei Erwachsenen. Die Meta-Analyse von Fergusson et al. lässt keine Aussage über das Risiko bezüglich Suizid zu, bei den Suizidversuchen hingegen ist der Unterschied gegenüber Placebo tatsächlich signifikant. Dass gegenüber den trizyklischen Antidepressiva kein Unterschied gefunden wurde, erstaunt nicht: Überdosen mit tödlichem Ausgang sind bei den SSRI zwar selten, Suizide mit andern Methoden aber keineswegs weniger häufig. Vorläufiges Fazit: Es gilt nach wie vor: Eine wirkungsvolle antidepressive Behandlung reduziert das Suizidrisiko. SSRI bieten vor allem initial keine Sicherheit, weshalb depressive Patienten eine engmaschige und kontinuierliche Evaluation der medikamentösen Wirkung brauchen.

Konrad Michel

 

Standpunkte und Meinungen

Es gibt zu diesem Artikel keine Leserkommentare.
infomed-screen 9 -- No. 4
Infomed Home | infomed-screen Index
Risiken von Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (Studie 3) (April 2005)
Copyright © 2020 Infomed-Verlags-AG

med111.com

infomed-screen abonnieren

Login

Passwort anfordern

mailingliste abonnieren

infomed-screen Links
infomed-screen abonnemente
aktueller infomed-screen jahrgang
aktueller pharma-kritik jahrgang
Was bedeuten die Symbole?
rRandomisiert-kontrollierte Studie
kKohortenstudie
fFall-Kontroll-Studie
mMeta-Analyse oder systematische Ãœbersicht
aAndere Studienart