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Rückenlage verhindert plötzlichen Kindstod

f -- Brooke H, Gibson A, Tappin D et al. Case-control study of sudden infant death syndrome in Scotland, 1992-5. BMJ 1997 (24. Mai); 314: 1516-2 [Link]
Kommentator(in): Martin Sutter
infomed screen Jahrgang 1 (1997) , Nummer 7
Datum der Ausgabe: August 1997

Studienziele

Die Empfehlung, Säuglinge nicht in Bauchlage schlafen zu lassen, hat weltweit zu einer Abnahme der Häufigkeit des plötzlichen Kindstodes geführt. In dieser Studie wurde die Bedeutung der Schlafposition und zahlreicher anderer Faktoren untersucht.

Methoden

Zwischen 1992 und 1995 meldete das schottische Bevölkerungsregister der Studienleitung laufend die Todesfälle von Säuglingen nach der ersten Lebenswoche bis zum ersten Geburtstag. 201 verstorbene Säuglinge erfüllten die Kriterien des plötzlichen Kindstodes. Als Vergleich dienten die zwei Säuglinge, die unmittelbar vor- und nachher im gleichen Spital geboren worden waren. Innerhalb von 21 Tagen nach dem Tod wurden die Eltern der verstorbenen Säuglinge und der Vergleichssäuglinge gebeten, mit einem Studienmitarbeiter zu Hause einen Fragebogen zu beantworten. Kernfragen betrafen das soziale Umfeld, Ernährung, Schlafgewohnheiten, Schlafumgebung, Nikotinexposition und Krankheiten. Die vollständigen Informationen von 147 an plötzlichem Kindstod verstorbenen Säuglingen sowie von 276 Kontrollsäuglingen konnten ausgewertet werden.

Ergebnisse

In Bauchlage schlafende Säuglinge wiesen ein fast siebenfach höheres Risiko auf, einen plötzlichen Kindstod zu erleiden, als in Rückenlage schlafende. Rauchten beide Elternteile oder nur die Mutter, war das Risiko fünfmal grösser als bei nicht-rauchenden Eltern. Wenn nur der Vater rauchte, bestand immer noch ein zweimal grösseres Risiko. Auch Matratzen, die schon von anderen Kindern oder Erwachsenen benutzt worden waren und die keine PVC-Hülle hatten, trugen zu einer Erhöhung des Risikos bei. Ohne Risiko schienen jedoch gebrauchte Matratzen, die vollständig mit PVC umhüllt waren. Kinder, die regelmässig im Bett der Eltern schliefen, waren einem beinahe dreifach höheren Risiko ausgesetzt.

Schlussfolgerungen

Der plötzliche Kindstod kann durch Vermeiden der Bauchlage und Ändern der Rauchgewohnheiten im Elternhaus beeinflusst werden. Möglicherweise spielt auch das Alter bzw. das Material der Matratze eine Rolle.

Obschon die Ursachen des plötzlichen Kindstodes nach wie vor unklar sind, kann mittels Präventionsmassnahmen das Risiko des plötzlichen Kindstodes massiv vermindert werden. Bereits in anderen Studien konnte belegt werden, dass Schlafposition und Rauchen zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen.

Wenn folgende Empfehlungen befolgt werden, kann das Risiko einen plötzlichen Kindstod zu erleiden, um 50 bis 70% vermindert werden: Rückenlage als Schlafposition, Nicht-Rauchen, Überwärmung vermeiden.

Martin Sutter

 

Standpunkte und Meinungen

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