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Grippeimpfung verhindert Todesfälle

k -- Armstrong BG, Mangtani P, Fletcher A et al. Effect of influenza vaccination on excess deaths occurring during periods of high circulation of influenza: cohort study in elderly people. BMJ 2004 (18. September); 329: 660-3 [Link]
Zusammerfasser(in): Peter Ritzmann
Kommentator(in): Andreas E. Stuck
infomed screen Jahrgang 9 (2005) , Nummer 1
Datum der Ausgabe: Januar 2005

Studienziele
Gemäss randomisierten Studien reduzieren Grippeimpfungen die Zahl von Influenza-Erkrankungen. Aber reduzieren sie auch grippebedingte Todesfälle? Da randomisierte Studien von genügender Grösse praktisch undurchführbar sind, wurde versucht, in der vorliegenden prospektiven Kohortenstudie mit einer anderen Nachweismethode zu arbeiten.

Methoden
Als Studienpopulation dienten 24'000 Personen im Alter von über 75 Jahren, die in Grossbritannien für eine andere Studie untersucht worden waren. Die Beobachtungsperiode dauerte 4 Jahre. Mit Hilfe von relativ komplizierten statistischen Methoden wurde eine korrigierte Mortalität der Untersuchten berechnet und mit dem Impfstatus und der wöchentlich bestimmten Aktivität des Influenza-Virus A verknüpft.

Ergebnisse
Für Ungeimpfte fand sich eine lineare Zunahme des relativen Sterberisikos mit der Zahl gemeldeter Influenza-Fälle in der jeweiligen Periode. In den Perioden mit der höchsten Influenza-Aktivität (90er Perzentile) war die Mortalität um 16% höher, bedingt vor allem durch eine Zunahme der pulmonalen und der kardiovaskulären Todesursachen. Bei den Geimpften kam es hingegen in Zeiten höherer Influenza- Aktivität nicht zu einer Zunahme des relativen Sterberisikos. Mit der Zahl der gemeldeten Influenza-Fälle nahm der Unterschied im relativen Sterberisiko zwischen den beiden Gruppen zu.

Schlussfolgerungen
Diese Kohortenstudie bietet eine gute Evidenz, dass die Grippeimpfung bei alten Leuten auch Todesfälle in Folge von Influenza-Erkrankungen verhindert.

Zusammengefasst von Peter Ritzmann

Es ist ethisch nicht vertretbar, randomisierte Studien zur Überprüfung der Wirksamkeit der Grippeimpfung durchzuführen. Auf der anderen Seite ist gerade das Fehlen von randomisierten Studien ein Grund, weshalb immer noch viele die Wirkung dieser Impfung anzweifeln. In der vorliegenden Studie werden Kohortendaten mit innovativen statistischen Methoden analysiert, gestützt auf differenzierte Daten des «Office of National Statistics» in Grossbritannien. Die Befunde belegen, dass wir allen Grund haben, älteren Personen die Grippeimpfung mit Nachdruck zu empfehlen, da sich dadurch kardiale und pulmonale Komplikationen reduzieren lassen.

Andreas Stuck

 

Standpunkte und Meinungen

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Grippeimpfung verhindert Todesfälle (Januar 2005)
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