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Medikamentenbeschichtete Stents: besser aber teurer (Studie 3)

r -- Kaiser C, Brunner-La Rocca HP, Buser PT et al. Incremental cost-effectiveness of drug-eluting stents compared with a third-generation bare-metal stent in a realworld setting: randomised Basel Stent Kosten Effektivitäts Trial (BASKET). Lancet 2005 ( [Link]
Zusammerfasser(in): Peter Ritzmann
Kommentator(in): Walter Angehrn
infomed screen Jahrgang 9 (2005) , Nummer 11
Datum der Ausgabe: November 2005

Ziel dieser Basler Studie war es, das Verhältnis von Kosten und Nutzen von medikamentenbeschichteten Stents unter möglichst alltäglichen Bedingungen mit demjenigen eines einfachen Metallstents zu vergleichen. Die 826 untersuchten Personen erhielten nach dem Zufall jeweils einen unbeschichteten, einen mit Sirolimus oder einen mit Paclitaxel beschichteten Stent implantiert. Schwere kardiale Ereignisse waren nach medikamentenbeschichteten Stents zwar seltener (7% gegenüber 12%), ihre Mehrkosten wurden aber durch die verhinderten Kosten nicht vollständig kompensiert (Kosten pro verhindertes schweres kardiales Ereignis €18'311). Der generelle Einsatz von medikamentenbeschichteten Stents scheint damit in der Praxis weniger kosteneffektiv zu sein, als es vorgängige Studien vermuten liessen. Die Studienverantwortlichen fordern, dass der Einsatz von beschichteten Stents der Behandlung von Kranken mit hohem Risiko vorbehalten bleiben soll.

Beide Kurzzusammenfassungen von Peter Ritzmann

Obschon bisher die Vorteile der medikamentenbeschichteten Stents gegenüber den einfachen Metallstents nur bei morphologisch einfachen Läsionen nachgewiesen wurden, werden heute bei komplexen Stenosen routinemässig in über 50% die medikamentenbeschichteten Stents eingesetzt. Die Studie von Stone et al. beweist nun eindrücklich die Überlegenheit des Paclitaxel-beschichteten Stents (Taxus®) gegenüber dem einfachen Metallstent auch bei komplexen Läsionen und sanktioniert gleichsam im Nachhinein die heutige Praxis.

Die Studie von Windecker et al. bekräftigt die sich abzeichnende Überlegenheit des Sirolimus-beschichteten Stents (Cypher®) gegenüber dem Paclitaxel-beschichteten Stent. Die Analyse der Registerdaten und der bisherigen, randomisierten Vergleichsstudien ergibt, dass von diesem Vorteil hauptsächlich Betroffene mit erhöhtem Restenosierungsrisiko profitieren. In verschiedenen Studien erwiesen sich die medikamentenbeschichteten Stents trotz der wesentlich höheren Preise bei einem selektionierten Krankengut als kosteneffektiv. In der sehr sorgfältig durchgeführten Basler Studie (BASKET) fällt dieser Vorteil bei einem unselektionierten Krankengut jedoch weniger deutlich aus. Die Folgerung, dass der Einsatz von medikamentenbeschichteten Stents auf Hochrisikopatienten beschränkt werden könnte, dürfte allerdings aus verschiedensten Gründen die zur Zeit sehr grosszügige Anwendungspraxis ohne zusätzlichen Druck von aussen kaum ändern.

Walter Angehrn

 

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