Luftverschmutzung mitschuldig an Kindstod

  • a -- Dales R, Burnett RT, Smith-Doiron M et al. Air pollution and sudden infant death syndrome. Pediatrics 2004 (Juni); 113: e628-31 [Link]
  • Zusammengefasst von: Peter Ritzmann
  • infomed screen Jahrgang 8 (2004) , Nummer 10
    Datum der Ausgabe: Oktober 2004

Bekannte Risikofaktoren für einen plötzlichen Kindstod («sudden infant death syndrome», SIDS) sind die kalte Jahreszeit, die Lagerung in Bauchlage und rauchende Eltern. Schadstoffe in der Aussenluft sind als Risikofaktoren schon lange in Diskussion. In konventionellen Studien ist ihr Einfluss aber schwierig zu belegen. Für die aktuelle Studie wurden deshalb die täglichen Luftschadstoffwerte in den grössten kanadischen Städten mit den täglichen SIDS-Raten korreliert.

Von 1984 bis 1999 nahm die Zahl der jährlichen SIDS-Fälle um rund die Hälfte ab, gleichzeitig nahmen auch die Mittelwerte der untersuchten Luftschadstoffe mit Ausnahme von Ozon leicht ab. Es fand sich eine signifikante Korrelation der SIDS-Raten mit verschiedenen Luftschadstoffen. Nach Korrektur mit der Jahreszeit und den meteorologischen Daten blieb eine unabhängige Korrelation mit den SO2- und NO2-Werten bestehen, wobei ein Anstieg der Schadstoffwerte um je zwei Quartilen zu einem Anstieg der SIDS-Rate um 18% führte.

Die Studie spricht der Luftverschmutzung eine Mitschuld am plötzlichen Kindstod zu, die nur schwer wegzudiskutieren sein dürfte. Die Stärke der Studie liegt darin, dass sie SIDS-Raten zu verschiedenen Zeitpunkten, aber an den gleichen Orten miteinander vergleicht. Dadurch ist die Gefahr geringer, dass Unterschiede in der Lebensführung eine Auswirkung der Luftverschmutzung nur vortäuschen.

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Luftverschmutzung mitschuldig an Kindstod (Oktober 2004)