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Hüftgelenkoperation — Übung macht den Meister

a -- Kreder HJ, Deyo RA, Koepsell T et al. Relationship between the volume of total hip replacements performed by providers and the rates of postoperative complications in the state of Washington. J Bone Joint Surg Am 1997, 79 (April): 485-94 [Link]
Kommentator(in): 
infomed screen Jahrgang 1 (1997) , Nummer 6
Datum der Ausgabe: Juli 1997

Studienziele

Das Resultat eines chirurgischen Eingriffs hängt unter anderem davon ab, wie häufig dieser von einem Chirurgen durchgeführt wird. In der vorliegenden Studie wurde geprüft, ob zwischen der Anzahl durchgeführter Hüftoperationen und der Häufigkeit von postoperativen Komplikationen ein Zusammenhang besteht.

Methoden

Mit Hilfe des Spitalentlassungsregisters des Staates Washington/USA wurden 7396 Personen ermittelt, denen zwischen 1988 und 1991 im Rahmen eines Wahleingriffs künstliche Hüftgelenke eingesetzt wurden (total 8774 Gelenkimplantationen). Prothesenwechsel, Frakturen und Operationen im Zusammenhang mit malignen Tumoren wurden ausgeschlossen. Die jährliche durchschnittliche Anzahl Operationen für den Zeitraum 1987 bis 1991 wurde pro Spital und Chirurge berechnet (mindestens eine Operation pro Jahr musste durchgeführt worden sein). Die Häufigkeit von Komplikationen wurde unter Berücksichtigung von Alter, Geschlecht, Begleiterkrankungen und Operationsdiagnose mit der Anzahl Operationen pro Spital und Chirurge verglichen.

Ergebnisse

In 67 verschiedenen Spitälern setzten 494 Chirurgen mindestens eine Hüftendoprothese ein. Die Operation wurde von 170 Chirurgen lediglich einmal im Jahr durchgeführt, 246 Chirurgen operierten 2 bis 10 mal und 78 Chirurgen mehr als 10 mal jährlich. Chirurgen und Spitäler mit niedriger Operationsfrequenz behandelten Patienten mit höheren Risiken (Alter, Begleiterkrankungen, Diagnose). Auch nach Bereinigung dieser Variablen blieb eine statistisch signifikante Beziehung zwischen Chirurgen und Spitälern mit niedriger Operationsfrequenz und Komplikationen bestehen (p<0,05). Tendenziell war die Mortalität höher, Infektionen und andere ernsthafte Komplikationen traten während der Hospitalisation häufiger auf, und auch Revisionsoperationen mussten häufiger durchgeführt werden.

Schlussfolgerungen

Wird in weiteren Studien bestätigt, dass Komplikationen häufiger auftreten und die Resultate schlechter sind, wenn Patienten von Chirurgen oder in Spitälern mit niedriger Operationsfrequenz operiert werden, so muss überlegt werden, ob elektive Hüftoperationen mit Implantation von Endoprothesen nicht besser an regionalen Zentren durchgeführt werden.

Weltweit werden jährlich etwa 700'000 künstliche Hüftgelenke eingesetzt. Mit der Überalterung der Bevölkerung und der Entwicklung neuer zementfreier Implantate wird die Indikation zur Vornahme solcher Eingriffe breiter gestellt werden.

Dass solche Eingriffe an regionalen Zentren durchgeführt werden, scheint Sinn zu machen. Komplikationen sind bei grossem Operationsvolumen und zunehmender Erfahrung seltener. Zusätzlich können die mit grossen Investitionen verbundenen speziellen Einrichtungen besser ausgelastet werden.

Benedikt Holzer

 

Standpunkte und Meinungen

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