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Systolischer Blutdruck als Risikomarker

k -- Psaty BM, Furberg CD, Kuller LH et al. Association between blood pressure level and the risk of myocardial infarction, stroke, and total mortality: The cardiovascular health study. Arch Intern Med 2001 (14. Mai); 161: 1183-92 [Link]
Kommentator(in): Michel Zuber
infomed screen Jahrgang 5 (2001) , Nummer 8
Datum der Ausgabe: August 2001

Studienziele

Ein Zusammenhang zwischen erhöhtem Blutdruck und Risiko einer kardiovaskulären Erkrankung ist seit Jahren bekannt. Ob der systolische oder der diastolische Blutdruck oder der Pulsdruck (die Blutdruck-Amplitude) die entscheidende Messgrösse darstellt, wird immer wieder diskutiert. Ausgehend von den Daten einer Kohortenstudie bei älteren Leuten wurde die Beziehung zwischen systolischem und diastolischem Blutdruck sowie Pulsdruck bezüglich Herzinfarkt, Hirnschlag und Mortalität untersucht.

Methoden

Anfangs der 1990er Jahre wurden an 4 Zentren 5‘888 über 65jährige Personen befragt und ausführlich untersucht. Neben standardisierter Blutdruck-Messung am Oberarm wurde auch der Blutdruck an beiden Unterschenkeln mit Hilfe eines Dopplergeräts ermittelt und der Knöchel-Armindex bestimmt. Weiter wurde bei allen eine Karotissonographie vorgenommen. Kontrollen wurden alle 6 Monate durchgeführt. Die durchschnittliche Beobachtungszeit betrug knapp 7 Jahre.

Ergebnisse

Anlässlich der Erstuntersuchung zeigte sich bereits ein Zusammenhang zwischen systolischem Blutdruck und zahlreichen Risikofaktoren wie Alter, Dicke der Karotisintima und Diabetes. Die Häufigkeit von Ereignissen (Herzinfarkt, Hirnschlag und Gesamtmortalität) stieg entsprechend systolischem und diastolischem Blutdruck linear an. Bezüglich Herzinfarkt-Risiko war ein erhöhter systolischer Blutdruck bedeutsamer als ein erhöhter diastolischer Blutdruck. Betrachtet man den Pulsdruck separat, so ergibt sich aus einem Anstieg keine Risikozunahme. Bei behandelten Hypertonie-Kranken war die Beziehung zwischen Blutdruck und Risiko weniger eindeutig. Auch bei der Hirnschlag-Inzidenz ergab sich ein ähnliches Muster: Je höher der systolische Blutdruck, umso grösser das Risiko. Systolischer und diastolischer Blutdruck scheinen einen ähnlichen Einfluss auf die Gesamtmortalität auszuüben.

Schlussfolgerungen

Der systolische Blutdruck erwies sich als aussagekräftigster Risikomarker zur Abschätzung für das Auftreten kardiovaskulärer Ereignisse.(FT)

Die Erkenntnis wird bestätigt, dass die systolische und diastolische Blutdruckhöhe bei über 65jährigen Hypertonie-Kranken mit der Mortalität, dem Auftreten eines Herzinfarktes und eines Hirnschlages linear verknüpft sind. Der systolische Blutdruck hat dabei prognostisch die grösste Aussagekraft, was besonders wichtig ist, da diesem erhöhten Wert im praktischen Alltag zu oft bei zunehmendem Alter zu wenig Beachtung geschenkt wird. Dass ein zu tiefer Blutdruck das Risiko erhöht, wird erneut widerlegt und darf nicht als Hindernis für eine bestmögliche Blutdrucksenkung herangezogen werden.

Michel Zuber

 

Standpunkte und Meinungen

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Systolischer Blutdruck als Risikomarker (August 2001)
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