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HIV-Schnelltest spart Geld und schont Nerven

r -- King AM, Osterwalder JJ, Vernazza PL. A randomised prospective study to evaluate a rapid HIV-antibody assay in the management of cases of percutaneous exposure amongst health care workers. Schweiz Med Wochenschr 2001 (12. Januar); 131: 10-3 [Link]
Kommentator(in): Nicola Low
infomed screen Jahrgang 5 (2001) , Nummer 3
Datum der Ausgabe: März 2001

Studienziele

Nach einer perkutanen Kontamination mit möglicherweise HIV-infiziertem Blut stellt sich die Frage einer Prophylaxe mit einer antiretroviralen Kombinationstherapie. Bisher konnte eine solche Prophylaxe erst abgesetzt werden, wenn nach ein bis zwei Tagen ein negatives Ergebnis des HIV-Tests vorlag. In dieser Studie wurde ein HIV-Schnelltest geprüft, der das Resultat innerhalb einer Viertelstunde liefert.

Methoden

Der Schnelltest wurde anhand von 50 HIV-positiven und 43 HIV-negativen Seren mit einem herkömmlichen Test verglichen. In einer zweiten Studienphase wurde bei Spitalangestellten, die durch Stich- oder Schnittverletzungen in Kontakt mit Fremdblut gekommen waren, entweder nur ein herkömmlicher Test angeordnet oder ein Schnelltest in Kombination mit dem herkömmlichen Test. In der ersten Gruppe wurde in der Regel initial eine antiretrovirale Prophylaxe angeboten. In beiden Gruppen wurde zudem das Ausmass der psychischen Belastung beurteilt und der zeitliche und finazielle Aufwand errechnet.

Ergebnisse

Der Schnelltest führte in allen Fällen zum selben Resultat wie der herkömmliche Test. Bei allen 60 Spitalangestellten, die untersucht worden waren, erwies sich das Fremdblut als HIV-negativ. In 30 Fällen wendete man den Schnelltest an, wobei nur in einem Fall eine prophylaktische Behandlung erfolgte. In den 30 Fällen, in denen man lediglich den herkömmlichen Test einsetzte, begannen 25 Personen mit einer medikamentösen Prophylaxe. Der Grad der psychischen Belastung war allgemein relativ gering, konnte aber durch den Schnelltest noch etwas gesenkt werden. Durch den Schnelltest konnten pro Fall schätzungsweise 93 Franken eingespart werden.

Schlussfolgerungen

Der untersuchte HIV-Schnelltest ist zuverlässig und kann nach Fremdblutkontakt in den meisten Fällen helfen, auf eine antiretrovirale Prophylaxe zu verzichten. Zudem spart er Kosten und vermindert bei den Betroffenen die psychische Belastung.(PK)

Diagnostische Tests sollten prospektiv evaluiert werden, wobei bei konsekutiven Personen mit unbekannter Diagnose Test und Referenztest zur Anwendung kommen. Die Güte des Tests wird überschätzt, wenn wie in der vorliegenden Studie die Proben von Personen mit bereits bekannter HIV-Infektion und Gesunden stammen.1 Die Resultate (Sensitivität=100%, Spezifität=100%) müssen auch aufgrund der kleinen Studiengrösse relativiert werden: das untere 95% Vertrauensintervall zeigt, dass die Daten mit einer Sensitivität von 93% und einer Spezifität von 92% vereinbar sind! Vertrauensintervalle fehlten in dieser Arbeit ebenso wie Angaben zum Vorgehen bei der Randomisierung in der zweiten Studienphase. Diese Arbeit kann die gestellte Frage nicht schlüssig beantworten, ist jedoch als Pilotstudie wertvoll.

Nicola Low

1     Lijmer JG, Mol BW, Heisterkamp S et al. Empirical evidence of design-related bias in studies of diagnostic tests. JAMA 1999; 282: 1061-6

 

Standpunkte und Meinungen

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HIV-Schnelltest spart Geld und schont Nerven (März 2001)
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