INTERNET CORNER: Mobil-Apps für die Praxis

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  • Zusammengefasst von: Etzel Gysling
  • infomed screen Jahrgang 19 (2015) , Nummer 6
    Datum der Ausgabe: Dezember 2015

Heute sind angeblich mehr als 150'000 mobile «Applications» erhältlich, die sich mit medizinischen oder allgemein Gesundheits-orientierten Themen befassen. Leider gilt auch hier, was für die meisten Internet-Angebote gültig ist: Da es keine Instanz gibt, die die Veröffentlichung auch völlig unsinniger Produkte kontrollieren würde, wird sehr viel Unbrauchbares angeboten. Grundsätzlich sollten «Gesundheits-Apps» ja durchaus einen innovativen Beitrag dazu leisten können, dass jedermann seinen Körper, seine Gesundheit und seine Krankheiten besser versteht. Stattdessen sind «Gesundheits-Apps» überwiegend wenig differenzierte, oft auch Interessen-orientierte Instrumente, die nicht selten ganz falsche Informationen vermitteln. Es ist nicht einfach, aus dem riesigen Angebot die «Perlen» herauszusuchen. Es gibt sie aber, solche Perlen. Hier ein paar Apps, die für Fachleute wie für Laien etwas bieten:

Essential Anatomy der Firma 3D 4 Medical (unter der Adresse http://applications.3d4medical.com/essential_anatomy_3/): eine beeindruckend gute «dreidimensionale» Darstellung der körperlichen Strukturen, die sich auch ausgezeichnet dazu eignet, jemandem Läsionen oder Krankheiten zu erklären.

Vision Test (von Rocktime Ltd, iOS: https://goo.gl/exNZIu, Android: https://goo.gl/4ynFaw) ist unter den zahlreichen Sehtest-Apps wohl eines der zuverlässigeren. Verschiedene Apps, die sich mit der Sehkraft befassen, sind an folgender Adresse zusammengestellt: http://www.allaboutvision.com/apps/. Vielversprechend ist auch Peek (http://www.peekvision.org/), das bald einmal für mobile Augenuntersuchungen zur Verfügung stehen soll.

Hearing Test (für iOS, via iTunes: https://goo.gl/LTLXnX, für Android, via Google Play: https://goo.gl/c5jZCn) und Mimi Hearing Test sind einfache Hörtests, die als Screening auch für Laien in Frage kommen. Sowohl bei diesen wie auch bei den Augentests sind aber wirklich verlässliche Resultate nur von einer spezialärztlichen Untersuchung zu erwarten!

Epocrates (von Athenahealth, www.epocrates.com) ist – sofern man in Kauf nimmt, nur das amerikanische Arzneimittelsortiment zu überprüfen – auch heute noch eine vorzügliche (in der Basisversion kostenlose) Informationsquelle zu den Medikamenten. Eine originelle Schweizer Arzneimittel-App, die eine Barcode-Scanfunktion hat, jedoch keine Fachinformationen anbietet, ist Mymedi Risk (von HMG, www.mymedi.ch).

Medpage Today (www.medpagetoday.com) bietet Apps mit gut ausgewählten, tagesaktuellen medizinischen Nachrichten in englischer Sprache.

Dass schliesslich Apps von Evernote, Dropbox und Skype durchaus auch im medizinischen Bereich nützlich sein können, muss nicht unterstrichen werden. Dabei ist allerdings darauf zu achten, dass keine vertraulichen Daten unverschlüsselt aufbewahrt oder übermittelt werden.  Es ist aber nicht zu bezweifeln, dass Videotelefonate (via Skype, verschlüsselt) manchmal eine «echte» Konsultation vorteilhaft ersetzen können.

Etzel Gysling

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infomed-screen 19 -- No. 6
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Mobil-Apps für die Praxis (Dezember 2015)