TELEGRAMM: Das Screening hat mein Leben gerettet — oder etwa nicht?

  • a -- Welch HG, Frankel BA. Likelihood that a woman with screen-detected breast cancer has had her „life saved“ by that screening. Arch Intern Med 2011 (12. Dezember); 171: 2043-6 [Link]
  • Zusammengefasst von: Alexandra Röllin Peter Ritzmann
  • infomed screen Jahrgang 16 (2012) , Nummer 1
    Datum der Ausgabe: Februar 2012

Wenn bei einer Frau im Rahmen des Mammographie-Screenings ein Brustkrebs entdeckt wird, dann ist die betroffene Frau (und meist auch diejenigen, die sie behandeln) häufig davon überzeugt, dass sie dieser Untersuchung ihr Leben verdankt. Doch mit welcher Wahrscheinlichkeit trifft diese Annahme zu? Anhand der Daten zu Mortalität bei Brustkrebs und zur Wahrscheinlichkeit, dass aufgrund eines Screenings ein Brustkrebs entdeckt wird, wurde die Chance errechnet, dass bei einem durch Screening entdeckten Brustkrebs tatsächlich das Leben der betroffenen Frau gerettet worden ist. Wird angenommen, dass das Screening die Mortalität um 25% verringert (dies entspricht den Ergebnissen der ältesten Studien und stellt eine eher grosszügige Annahme dar), beträgt diese Chance nur 13%. Sollte das Screening die Mortalität jedoch nur um 5% vermindern (was eher den neusten Erkenntnissen entspricht), sinkt sie auf 3%. Eindrückliche Zahlen, die zeigen, wie weit weg von der Realität sich unsere emotionalen Empfindungen bewegen können. Die Frage ist nur – wollen Betroffene und die Behandelnde diese Realität überhaupt sehen?

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infomed-screen 16 -- No. 1
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Das Screening hat mein Leben gerettet — oder etwa nicht? (Februar 2012)