Protonenpumpenhemmer für alle im Spital?

  • k -- Herzig SJ, Vaughn BP, Howell MD et al. Acid-suppressive medication use and the risk for nosocomial gastrointestinal tract bleeding. Arch Intern Med 2011 (13. Juni); 171: 991-7 [Link]
  • Zusammengefasst von: Peter Ritzmann
  • infomed screen Jahrgang 15 (2011) , Nummer 5
    Datum der Ausgabe: September 2011

Wie gross ist das Risiko von gastrointestinalen Blutungen im Spital? Ist es sinnvoll, allen hospitalisierten Personen ein magensäurehemmendes Medikament zu verschreiben? Mit Hilfe der Daten von fast 80'000 Personen, die mindestens drei Tage in einem Universitätsspital in Boston, USA stationär behandelt wurden, sollten diese Fragen geklärt werden. Ausgeschlossen wurden Personen, die wegen einer gastrointestinalen Blutung hospitalisiert worden waren.

59% der Untersuchten hatten während der Hospitalisation einen Protonenpumpenhemmer (PPI) oder einen Histamin-H2-Blocker erhalten. Gastrointestinale Blutungen wurden bei 0,3% der Hospitalisierten beobachtet. Nach Korrektur der bekannten Risikofaktoren mittels eines «Propensity Score Matching» erschien das Risiko für eine Blutung signifikant kleiner für die mit einem Magensäurehemmer Behandelten («Odds Ratio» von 0,63). Wegen des insgesamt niedrigen Risikos müssten allerdings gemäss dieser Berechnung 770 Leute behandelt werden, damit ein Ereignis verhindert würde.

Peter Ritzmann

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infomed-screen 15 -- No. 5
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Protonenpumpenhemmer für alle im Spital? (September 2011)