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PSA-Werte im Alter von 60 Jahren prognostisch bedeutsam

f -- Vickers AJ, Cronin AM, Björk T et al. Prostate specific antigen concentration at age 60 and death or metastasis from prostate cancer: case-control study. BMJ 2010 (14. September); 341: c4521 [Link]
Zusammengefasst von: Peter Ritzmann
infomed screen Jahrgang 15 (2011) , Nummer 1
Datum der Ausgabe: Januar 2011

Trotz neuerer Studien ist der Nutzen eines generellen Prostatakarzinom-Screenings bis heute nicht eindeutig geklärt (siehe u.a. infomed-screen Juli/August 2009). In der aktuellen Fall-Kontroll-Studie wurde anhand von Daten aus einer skandinavischen Kohortenstudie ein sonst weniger beachteter Teilaspekt dieser Problematik untersucht: Kann auf Grund der PSA-Werte im Alter von 60 Jahren eine Gruppe von Männern definiert werden, bei denen ProstatakarzinomErkrankungen mit ungünstigem Verlauf so unwahrscheinlich sind, dass guten Gewissens auf weitere Screening-Untersuchungen verzichtet werden kann?

In der Gruppe von 1'167 Männern, die 1981 im Alter von 60 Jahren untersucht worden waren, wurde bis ins Alter von 85 Jahren bei 43 (4%) ein metastasierendes Prostatakarzinom diagnostiziert, 35 (3%) starben an einem Prostatakarzinom. Die Höhe des PSA im Alter von 60 Jahren korrelierte sowohl mit dem Auftreten von Metastasen wie auch mit dem Tod an einem Prostatakarzinom. 90% der Todesfälle betrafen Männer, die ein PSA über 2 mcg/l aufgewiesen hatten. Bei einem PSA-Wert von 1 mcg/l oder weniger war das Risiko für ein metastasierendes Prostatakarzinom und für einen Tod am Prostatakarzinom klein (0,5% bzw. 0,2%).

Obwohl auch Männer mit einem PSA-Wert von weniger als 1 mcg/l später an einem Prostatakarzinom erkranken können, zeigt ein solcher Wert im Alter von 60 Jahren ein sehr niedriges Risiko für relevante Prostatakarzinome im späteren Leben an. Die Studienverantwortlichen empfehlen deshalb, bei dieser Gruppe keine weiteren Screening-Untersuchungen für Prostatakarzinome mehr zu unternehmen. Obwohl ein solches Vorgehen nicht prospektiv untersucht worden ist, macht ein Verzicht auf Screening-Untersuchungen bei Männern über 60 mit einem so kleinen Erkrankungsrisiko wohl Sinn.

Zusammengefasst von Peter Ritzmann
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PSA-Werte im Alter von 60 Jahren prognostisch bedeutsam (Januar 2011)
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