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HPV-Test oder Papanicolaou-Abstrich zum Screening des Zervixkarzinoms?

r -- Mayrand MH, Duarte-Franco E, Rodrigues I et al. Human papillomavirus DNA versus Papanicolaou screening tests for cervical cancer. N Engl J Med 2007 (18. Oktober); 357: 1579-88 [Link]
Zusammerfasser(in): Eva Blozik
Kommentator(in): Nicola Low
infomed screen Jahrgang 12 (2008) , Nummer 1
Datum der Ausgabe: Januar 2008

Eine Untersuchung auf kanzerogene Papillomaviren (HPVDNA- Test) wird als Alternative oder Ergänzung zum Papanicolaou- Abstrich für das Screening des Zervixkarzinoms diskutiert. Bei 10’154 Kanadierinnen im Alter von 30 bis 69 Jahren wurde ein HPV-Screening sowie ein Papanicolaou- Abstrich in zufälliger Reihenfolge durchgeführt. Bei Frauen, die in einer oder beiden Untersuchungen positive Befunde hatten sowie bei einer Zufallsstichprobe von testnegativen Frauen wurde eine Kolposkopie durchgeführt und histologisch überprüft, ob eine zweit- oder drittgradige zervikale intraepitheliale Neoplasie vorlag.

Mit dem HPV-DNA-Test wurden 95% der Frauen mit einer histologisch nachgewiesenen höhergradigen Neoplasie erkannt, während dies mit dem Papanicolaou-Abstrich in nur 55% der Fall war (Sensitivität). Eine ähnlich grosse Zahl von Frauen wurde richtigerweise als «gesund» identifiziert: die Spezifität lag bei 94% für den HPV-DNA-Test und bei 97% für den Papanicolaou-Abstrich.

Zusammengefasst von Eva Blozik

Im Vergleich zum konventionellen Papanicolaou-Abstrich werden mit dem HPV-DNA-Test mehr hochgradige intraepitheliale Veränderungen der Zervix diagnostiziert. Dieser Gewinn könnte durch die Vorteile der flüssigkeitsbasierten Zytologie geschmälert werden, welche die konventionelle Zytologie in der Schweiz und anderen einkommensstarken Ländern zunehmend ersetzt. Die flüssigkeitsbasierte Zytologie ergibt weniger unbrauchbare Abstriche, und automatisiertes Lesen führt zu einer höheren Sensitivität verglichen mit der manuellen Beurteilung der Präparate. Keine Studie hat bisher gezeigt, dass diese neue Technologie zu einer Reduktion der Todesfälle an Zervixkarzinom führt. Die durch zusätzliche Kolposkopien und wiederholtes Testen hervorgerufene Verunsicherung und andere psychologische Auswirkungen des HPV-Tests müssen deshalb sorgfältig beurteilt und gegen den Nutzen abgewogen werden. Wegen des hohen Anteils transitorischer Infektionen bei jüngeren Frauen sollte der Test zudem nur bei Frauen ab 30 Jahren angewendet werden. Global wird die Bedeutung des HPV-Tests limitiert sein, weil der Test für die einkommensschwachen Länder, in denen 80% der Todesfälle an Zervixkarzinom auftreten, zu teuer ist.

Nicola Low

 

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HPV-Test oder Papanicolaou-Abstrich zum Screening des Zervixkarzinoms? (Januar 2008)
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