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Alkohol und Demenz-Risiko

k -- Ruitenberg A, van Swieten JC, Wittemann JC et al. Alkohol consumption and the risk of dementia: the Rotterdam Study. Lancet 2002 (26. Januar); 359: 281-6 [Link]
infomed screen Jahrgang 6 (2002) , Nummer 4
Datum der Ausgabe: April 2002

Studienziele
Leichter bis mässiger Alkoholkonsum mindert das Risiko für vaskuläre Erkrankungen wie koronare Herzkrankheit und Schlaganfall. Vaskuläre Erkrankungen sind assoziiert mit kognitiven Beeinträchtigungen und Demenz. In dieser Studie wurde untersucht, ob das Demenzrisiko durch Alkoholkonsum beeinflusst wird.

Methoden
In diese Teilstudie der Rotterdam-Studie (7'983 über 55jährige Männer und Frauen) wurden alle Personen aufgenommen, welche zu Studienbeginn (1990-1993) keine Demenz hatten und vollständige Angaben zu ihren Alkoholtrinkgewohnheiten gemacht hatten. Dabei interessierte die Menge und die Art (Bier, Wein, Spirituosen) des getrunkenen Alkohols. Wiederholt wurde mit Tests nach einer Demenz gefahndet. Bei Verdachtsfällen wurden neurologische und neuropsychologische Untersuchungen vorgenommen und bei Bedarf durch eine Magnetresonanz-Untersuchung ergänzt.

Ergebnisse
In die Studie aufgenommen wurden 5'395 Personen. Während der durchschnittlich 6jährigen Beobachtungszeit entwickelten 197 Personen eine Demenz: 146 eine Alzheimer- Demenz, 29 eine vaskulär bedingte Demenz und 22 eine solche anderer Ursache. Der Alkoholkonsum betrug im Mittel 0,3 Drinks/Tag. Bereinigt nach anderen Risikofaktoren war das Demenzrisiko bei leichtem bis mässigem Alkoholkonsum (1-3 Drinks/Tag) signifikant kleiner als bei Abstinenten (Risikoverhältnis 0,58). Der grösste Unterschied fand sich erwartungsgemäss für vaskuläre Demenzen (Risikoverhältnis 0,30). Die Art des Alkohols spielte keine messbare Rolle. Bei Frauen waren die Effekte weniger stark ausgeprägt und erreichten kein signifikantes Ausmass.

Schlussfolgerungen
Leichter bis moderater Alkoholkonsum (bis zu 3 Gläser alkoholische Getränke/Tag) ist bei über 55jährigen Personen mit einem niedrigeren Demenzrisiko assoziiert. Die Art des Alkohols scheint dabei keinen Unterschied zu machen. (BW)

 

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Alkohol und Demenz-Risiko (April 2002)
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