Endlich verfügbar! Unser beliebter Medikamentenführer "100 wichtige Medikamente" ist sehr bald in einer neuen Ausgabe erhältlich. Bis Ende Januar 2020 können Sie das Buch zu stark reduziertem Preis bestellen.

Bestellen!

infomed-screen

Rhythmus- oder Frequenzkontrolle bei Vorhofflimmern mit Herzinsuffizienz?

r -- Roy D, Talajic M, Nattel S et al. Rhythm control versus rate control for atrial fibrillation and heart failure. N Engl J Med 2008 (19. Juni); 358: 2667-77 [Link]
Zusammerfasser(in): Andreas Schoenenberger
infomed screen Jahrgang 12 (2008) , Nummer 5
Datum der Ausgabe: September 2008

In dieser randomisierten Studie wurden 1’376 Personen mit einem Vorhofflimmern, symptomatischer Herzinsuffizienz und einer linksventrikulären Auswurffraktion von weniger als 35% untersucht. Bei der einen Behandlungsgruppe wurde mit dem Einsatz von Amiodaron (Cordarone® u.a.) und/oder Elektrokonversion ein Sinusrhythmus angestrebt. In der Kontrollgruppe wurde lediglich die Herzfrequenz mit Betablockern und/oder Digoxin unter Kontrolle gebracht. Der Einsatz von oralen Antikoagulantien und ACE-Hemmern wurde allen Behandelten empfohlen. Während einer durchschnittlichen Beobachtungszeit von 37 Monaten starben in der Gruppe mit Rhythmuskontrolle 27% und in derjenigen mit Frequenzkontrolle 25% der Behandelten an kardiovaskulären Ursachen («Hazard ratio» HR 1,06, 95% CI 0,86-1,30). Auch für weitere Endpunkte wie Gesamtmortalität, Schlaganfall und Verschlechterung der Herzinsuffizienz fand sich kein Unterschied zwischen den beiden Behandlungsgruppen.

Diese grossangelegte und methodisch gute Studie zeigt, dass eine Rhythmuskontrolle gegenüber einer Frequenzkontrolle bei Personen mit Herzinsuffizienz und Vorhofflimmern keine Vorteile bringt. Allerdings litten nur gut 30% der Untersuchten an fortgeschrittenen Stadien der Krankheit (NYHA III oder IV) und 10% in der Gruppe mit Frequenzkontrolle wechselten in die andere Gruppe, weil sich ihre Herzinsuffizienz verschlechterte. So profitieren stark symptomatische Kranke möglicherweise dennoch von der Wiederherstellung eines Sinusrhythmus. Zudem scheint eine Rhythmuskontrolle dann sinnvoll, wenn eine Frequenzkontrolle nicht gelingt oder Probleme mit der Antikoagulation zu erwarten sind.

Zusammengefasst von Andreas Schoenenberger

 

Standpunkte und Meinungen

Es gibt zu diesem Artikel keine Leserkommentare.
infomed-screen 12 -- No. 5
Infomed Home | infomed-screen Index
Rhythmus- oder Frequenzkontrolle bei Vorhofflimmern mit Herzinsuffizienz? (September 2008)
Copyright © 2020 Infomed-Verlags-AG

med111.com

infomed-screen abonnieren

Login

Passwort anfordern

mailingliste abonnieren

infomed-screen Links
infomed-screen abonnemente
aktueller infomed-screen jahrgang
aktueller pharma-kritik jahrgang
Was bedeuten die Symbole?
rRandomisiert-kontrollierte Studie
kKohortenstudie
fFall-Kontroll-Studie
mMeta-Analyse oder systematische Ãœbersicht
aAndere Studienart