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Ist eine aggressive Blutzuckersenkung gefährlich? (Studie 1)

r -- The ACCORD study group. Effects of intensive glucose lowering in type 2 diabetes. N Engl J Med 2008 (12. Juni); 358: 2545-59 [Link]
Zusammerfasser(in): Sabin Allemann
Kommentator(in): Christoph Stettler
infomed screen Jahrgang 12 (2008) , Nummer 5
Datum der Ausgabe: September 2008

Studienziele
Epidemiologische Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen Blutzuckerspiegel und der Häufigkeit von mikround makrovaskulären Komplikationen bei Personen mit Typ-2-Diabetes. Deshalb wird bei der Diabetestherapie ein HbA1c-Wert von weniger als 7% angestrebt. In der ACCORD- Studie («Action to Control Cardiovascular Risk in Diabetes ») wurde untersucht, ob eine intensivere Blutzuckerkontrolle kardiovaskuläre Ereignisse zu verhindern vermag.

Methoden
An der vom «National Heart, Lung and Blood Institute» gesponserten Studie beteiligten sich 77 Zentren in den USA und Kanada. 10’251 Personen mit Typ-2-Diabetes, einem Durchschnittsalter von 62 Jahren, einem HbA1c-Wert von mindestens 7,5% und erhöhtem kardiovaskulären Risiko wurden entweder einer Intensiv- oder einer Standardtherapie zugeordnet. Die Zielwerte für das HbA1c betrugen weniger als 6% bzw. zwischen 7 und 8%. Bei der Wahl der Medikamente waren die Behandelnden frei. Der primäre kombinierte Endpunkt entsprach dem Auftreten eines Herzinfarkts, eines Hirnschlags oder eines tödlichen kardiovaskulären Ereignisses.

Ergebnisse
 In der Gruppe mit der Standardtherapie lag der durchschnittliche HbA1c-Wert nach einem Jahr bei 7,5%, für die intensiver Behandelten bei 6,4%. Die Anzahl der verwendeten Medikamente war bei letzteren etwas höher. Aufgrund einer um 22% erhöhten Sterblichkeit («Hazard Ratio» HR 1,22, 95%CI 1,01-1,46) in der intensiv behandelten Gruppe wurde die Studie nach einer durchschnittlichen Beobachtungszeit von 3,5 Jahren vorzeitig beendet – es kam dabei zu 203 (4%) bzw. 257 (5%) Todesfällen. Schwere Hypoglykämien sowie eine Gewichtszunahme um mehr als 10 kg waren ebenfalls häufiger in der intensiver behandelten Gruppe. Der primäre Endpunkt wurde in beiden Gruppen ähnlich häufig erreicht.

Schlussfolgerungen

Eine intensivere Blutzuckerkontrolle bei Personen mit Typ- 2-Diabetes und erhöhtem Herz-Kreislaufrisiko ging mit einer Zunahme der Sterblichkeit einher. Dieses unerwartete Resultat wirft viele Fragen bezüglich möglicher Ursachen auf.

 

Standpunkte und Meinungen

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