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Amiodaron — ist der Zenit überschritten?

  • a -- Vassallo P, Trohman RG. Prescribing amiodarone. An evidence-based review of clinical indications. JAMA 2007 (19. September); 298: 1312-22 [Link]
  • Zusammengefasst von: Markus Battaglia
  • Kommentiert von: Markus Battaglia
  • infomed screen Jahrgang 12 (2008) , Nummer 1
    Datum der Ausgabe: Januar 2008

Amiodaron gehört zu den meistverschriebenen Antiarrhythmika, obwohl es von der amerikanischen Arzneimittelbehörde einzig für den Einsatz bei refraktären ventrikulären Arrhythmien zugelassen wurde. In dieser systematischen Übersichtsarbeit aus den USA wird der optimale Einsatz von Amiodaron bei verschiedenen Herzrhythmusstörungen basierend auf der englischsprachigen Literatur der letzten 37 Jahre dargestellt.

Evidenz zu einem möglichen Nutzen des Medikamentes fand sich nur für therapiebedürftiges Vorhofflimmern mit begleitender linksventrikulärer Dysfunktion oder Herzinsuffizienz, bei anhaltenden ventrikulären Tachyarrhythmien, perioperativ bei Herzeingriffen und zur Vermeidung von symptomatischen Schocks bei implantiertem Defibrillator. Amiodaron kann zahlreiche Nebenwirkungen wie Mikroablagerungen in der Kornea, Photosensibilisierung, Schilddrüsenüberfunktion oder -unterfunktion sowie Lungen- und Leberschäden zur Folge haben. Über 20 Interaktionen mit anderen Medikamenten, darunter jene mit Betablockern und oralen Antikoagulantien, werden aufgelistet.

Angesichts des breiten Spektrums an gefährlichen Nebenwirkungen und dem Potential für verschiedenste Interaktionen verlangt eine längerfristige Anwendung von Amiodaron in der Grundversorgung aufmerksame und aufwändige Nachkontrollen. Obwohl das Medikament auch bei uns viel gebraucht wird und im Alltag häufig wirksam scheint, beschleicht mich hie und da ein ungutes Gefühl.

Zusammengefasst von Markus Battaglia

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Amiodaron — ist der Zenit überschritten? (Januar 2008)