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Einfluss von Über- und Untergewicht auf die Todesursachen

a -- Flegal KM, Graubard BI, Williamson DF et al. Cause-specific excess deaths associated with underweight, overweight, and obesity. JAMA 2007 (7. November); 298: 2028-37 [Link]
Zusammerfasser(in): Marcel Zwahlen
Kommentator(in): Matthias Egger
infomed screen Jahrgang 12 (2008) , Nummer 1
Datum der Ausgabe: Januar 2008

Studienziele
Die mit Über- und Untergewicht einhergehenden Todesfälle sind in den USA bisher nur als Gesamtzahl, nicht aber ursachenspezifisch geschätzt worden. Insbesondere der Zusammenhang mit der Krebs- und Herz-Kreislauf-Mortalität interessiert.

Methoden
Die Daten der amerikanischen Gesundheitsbefragungen der Jahre 1971-75, 1976-80, 1988-94 («National Health and Nutrition Examination Surveys») und die Daten des Sterberegisters bis ins Jahr 2000 wurden miteinander kombiniert. In diesem Datenset wurden die relativen Risiken für verschiedene Todesursachen für verschiedene Gewichtsgruppen berechnet (Body Mass Index [BMI] unter 18,5: Untergewicht; 18,5 bis 25: Normalgewicht; 25 bis 30: Übergewicht; 30 und mehr: Adipositas). Die relativen Risiken wurden auf die Resultate der Gesundheitsbefragung der Jahre 1999-2002 übertragen; basierend auf den 2,3 Millionen Todesfällen im Jahr 2004 wurde geschätzt, wie viele Todesfälle auf Unterbzw. Übergewicht zurückzuführen sind.

Ergebnisse
Auf Adipositas wurden 13,1% (95% CI 10,2%–15,9%) der Todesfälle an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, 2,8% der Krebs- Todesfälle und 3,9% der Todesfälle anderen Ursprungs zurückgeführt, wobei die beiden letzten Werte statistisch nicht signifikant sind. Auf Untergewicht waren 2,6% (1,3%–3,8%) der Todesfälle aus anderen Gründen als Krebs und Herz- Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführen; für die letzteren fand sich keine statistisch signifikante Assoziation. Bei übergewichtigen Personen (BMI zwischen 25 und 30) waren Krebs- und Herz-Kreislauf-Todesfälle nicht signifikant häufiger als bei Normalgewichtigen.
Schlussfolgerungen
Die Assoziation zwischen Über- oder Untergewicht und Mortalität variiert nach Todesursache. Eine insgesamt deutliche Mortalitätserhöhung liess sich bei Untergewicht und ab einem BMI von über 30 feststellen. Bei einem BMI von 25 bis 30 wurde insgesamt keine erhöhte Sterblichkeit gefunden, sondern nur eine leichte Verlagerung der Anteile in den verschiedenen Todesursachengruppen.

Zusammengefasst von Marcel Zwahlen

Die Resultate überraschen: Müssen wir uns vermehrt auch des Problems des Untergewichts annehmen und dürfen leicht übergewichtige Personen mit einem BMI zwischen 25 und 30 beruhigt werden? Wie so oft müssen die Schlussfolgerungen nuanciert ausfallen. In dieser Studie wurde auf wichtige Störfaktoren (Rauchen und vorbestehende Erkrankungen wie Krebs) nicht oder nur wenig Rücksicht genommen, was den Zusammenhang mit dem Untergewicht zu einem guten Teil erklären dürfte. Im Weiteren bleibt die Frage offen, ob auf die Reduktion des BMI gerichtete, individualmedizinische Interventionen zu einer entsprechenden Reduktion der ursachenspezifischen Mortalitätsrate führen. Unseres Erachtens besteht die Herausforderung darin, regelmässige körperliche Bewegung und eine ausgewogene Ernährung wieder in den Alltag einzubauen, so dass die Zunahme des Körpergewichts längerfristig gestoppt werden kann.1

Marcel Zwahlen & Matthias Egger

1 Zwahlen M, Egger M. Prävention und Gesundheitswesen: Übergewicht, Adipositas und Evidenz. Schweiz Med Forum 2005; 5: 32–34

 

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