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ACE-Hemmer: schützen (nicht nur) bei Aneurysmen

  • f -- Hackam DG, Thiruchelvam D, Redelmeier DA. Angiotensin-converting enzyme inhibitors and aortic rupture: a population-based case-control study. Lancet 2006 (19. August); 368: 659-65 [Link]
  • Zusammengefasst von:
  • Kommentiert von: Michel Zuber
  • infomed screen Jahrgang 10 (2006) , Nummer 10
    Datum der Ausgabe: Oktober 2006

Studienziele
Die gefürchtete Komplikation eines Aortenaneurysmas ist dessen Ruptur, welche in 80 bis 90% der Fälle tödlich verläuft. In Tierversuchen wird die Grössenzunahme eines Aortenaneurysmas durch ACE-Hemmer verlangsamt. Ob ACE-Hemmer bei Menschen Rupturen von Bauaortenaneurysmen verhindern könnten, ist Gegenstand dieser kanadischen Fall-Kontroll-Studie.

Methoden
In einer Datenbank der Provinz Ontario, Kanada wurden über 65-jährige Personen gesucht, welche mit der Hauptdiagnose Bauchaortenaneurysma (rupturiert oder intakt) hospitalisiert worden waren. Personen mit einer Ruptur wurden der Fallgruppe zugeteilt, diejenigen ohne Ruptur der Kontrollgruppe. Alle im Laufe von drei Jahren vor Spitaleintritt eingenommenen Medikamente wurden eruiert. In erster Linie interessierte die Studienverantwortlichen, ob sich eine Korrelation zwischen stattgefundener Ruptur und Einnahme von ACE-Hemmern finden liesse. Das Gleiche wurde auch für andere Medikamente gesucht, insbesondere für andere Antihypertensiva-Klassen und Lipidsenker.

Ergebnisse
Die Daten von insgesamt 15’326 hospitalisierten Personen mit einem Bauchaortenaneurysma als Hauptdiagnose konnten ausgewertet werden. 22% hatten ein rupturiertes Aneurysma, 78% ein nicht-rupturiertes. 22% hatten bei Spitaleintritt einen ACE-Hemmer eingenommen, 20% in der Fallgegenüber 23% in der Kontrollgruppe. Daraus liess sich eine 18% niedrigere Chance für eine Ruptur unter einem ACEHemmer ausrechnen («Odds Ratio» 0,82; 95%-CI 0,74 – 0,90). Auch nach Korrektur mit anderen Risikofaktoren blieb die Assoziation statistisch signifikant, während eine vergleichbare Assoziation für Sartane, Diuretika, Betablocker, Kalziumantagonisten und Lipidsenker fehlte. Bei den ACEHemmern bestand die Assoziation hingegen bereits für niedrige Dosen und war für die drei am häufigsten verschriebenen ACE-Hemmer Enalapril (Reniten® u.a.), Lisinopril (Prinil®, Zestril® u.a.) und Ramipril (Triatec®, Vesdil®) gleichermassen nachweisbar.

Schlussfolgerungen
Gemäss dieser Studie scheinen Bauchaortenaneurysmen seltener zu rupturieren, wenn die Betroffenen mit ACE-Hemmern behandelt werden. Eine entsprechende Assoziation für andere Antihypertensiva oder Lipidsenker konnte hingegen nicht nachgewiesen werden.

Standpunkte und Meinungen
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infomed-screen 10 -- No. 10
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ACE-Hemmer: schützen (nicht nur) bei Aneurysmen (Oktober 2006)