Diagnose-Studien häufig zu klein

  • a -- Bachmann LM, Puhan MA, ter Riet G et al. Sample sizes of studies on diagnostic accuracy: literature survey. BMJ 2006 (13. Mai); 332: 1127-9 [Link]
  • Zusammengefasst von: Peter Ritzmann
  • infomed screen Jahrgang 10 (2006) , Nummer 7
    Datum der Ausgabe: Juli 2006

Studien, in denen diagnostische Methoden untersucht werden, finden sich vergleichsweise selten in wichtigen Fachzeitschriften. Die Studienverantwortlichen untersuchten alle während eines Jahres in acht wichtigeren Fachzeitschriften veröffentlichten Diagnose-Studien (sie machten gerade ein halbes Prozent der veröffentlichten Artikel aus) auf die Zahl der Untersuchten und ob ihre Studiengrösse vorgängig berechnet worden war.

Bei den 43 Studien, in denen eine diagnostische Methode auf ihre Genauigkeit untersucht worden war, betrug die mediane Zahl der Untersuchten 118. Der mediane Anteil der Untersuchten, die die durch den Test zu diagnostizierende Krankheit oder Veränderung aufwiesen, betrug 43%. Nur in 2 Studien war eine Methode zur vorgängigen Berechnung der Studiengrösse angegeben worden. Bei fast der Hälfte der Studien wurden auch Subgruppen-Analysen durchgeführt.

Die Verantwortlichen dieser Schweizer Studie machen auf ein Problem aufmerksam, das nicht nur Diagnose-Studien betrifft. In viele Studien, auch solchen, die in «grossen» Journals veröffentlicht werden, werden nur wenige Personen untersucht, häufig wohl zu wenige, um wirklich verlässliche Angaben zu Sensitivität und Spezifität einer diagnostischen Methode machen zu können. Erklärbar ist der bedauernswerte Umstand wohl zu einem grossen Teil dadurch, dass Studien zu ökonomisch weniger interessanten Themen schwieriger zu finanzieren sind als Medikamenten-Studien.

Zusammengefasst von Peter Ritzmann

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infomed-screen 10 -- No. 7
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Diagnose-Studien häufig zu klein (Juli 2006)