Amalgam ohne Auswirkungen auf kindliche Entwicklung (Studie 2)

  • r -- Bellinger DC, Trachtenberg F, Barregard L et al. Neuropsychological and renal effects of dental amalgam in children: a randomized clinical trial. JAMA 2006 (19. April); 295: 1775-83 [Link]
  • Zusammengefasst von:
  • Kommentiert von: 
  • infomed screen Jahrgang 10 (2006) , Nummer 7
    Datum der Ausgabe: Juli 2006

In dieser ebenfalls randomisierten, amerikanischen Studie wurden bei 543 Kindern zwischen 6 und 10 Jahren die neuropsychologischen und renalen Folgen unter Amalgam- bzw. Kunststoffzahnfüllungen über 5 Jahre hinweg studiert. Untersucht wurde hauptsächlich die Intelligenz, daneben die Merk- und Lernfähigkeit sowie visuomotorische Aspekte. Albuminkontrollen dienten zum Erfassen der renalen Integrität. Die niedrigen Quecksilberdosen hatten keine negativen Wirkungen auf das zentralnervöse System oder die Nierenfunktion.

Beide Artikel zusammengefasst von Bettina Wortmann

Zwei gut gemachte Studien, die in der Diskussion um «das böse Amalgam» recht solide Resultate liefern und einen nachteiligen Effekt klar verneinen können. Neuropsychologische Auswirkungen können bei Kindern eigentlich nur so wie hier (randomisiert, kontrolliert, prospektiv und Langzeit) einigermassen erfasst werden. Diese bei jeweils über 500 Kindern über 5 Jahre oder mehr zu erfassen garantiert eine gute Validität der Resultate. Leider werden die Scores, die aus den verschiedenen Tests gebildet wurden (Visuomotorik und genereller Gedächtnis-Index), nicht näher erläutert. Auch wären genauere Angaben zu den Aufmerksamkeitsfunktionen in gewissen Diskussionen hilfreich. Es bleiben aber die einfach zu verstehenden Resultate der IQWerte, die bei grösserer Exposition von Amalgam in der einen Studie sogar etwas anstiegen (statistisch nicht signifikant). Amalgam wird bei uns in der Schweiz, im Gegensatz zu den USA, nur noch ganz selten gebraucht. Die Studienresultate sollten wir den Zahnärzten weiterleiten. Allenfalls helfen sie uns auch in der Diskussion um fragwürdige und teure Zahnsanierungen und Praktiken wie «Ausleiten» des Quecksilbers.

Regula Schmid

Standpunkte und Meinungen
  • Es gibt zu diesem Artikel keine Leserkommentare.
infomed-screen 10 -- No. 7
Copyright © 2021 Infomed-Verlags-AG
Amalgam ohne Auswirkungen auf kindliche Entwicklung (Studie 2) (Juli 2006)