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UPDATE: RAUCHEN

m -- Arcavi L, Benowitz NL. Cigarette smoking and infection. Arch Intern Med 2004 (8. November); 164: 2206-16 [Link]
Zusammengefasst von:
Kommentiert von: Walter Felix Jungi
infomed screen Jahrgang 9 (2005) , Nummer 2
Datum der Ausgabe: Februar 2005

Rauchen und Atemwegs-Infektionen

Studienziele
Zigarettenrauchen führt unter anderem zu Krankheiten wie Krebs oder Veränderungen im Gefässsystem. Rauchen erhöht aber auch das Risiko für Infektionskrankheiten vor allem am Respirationstrakt. In dieser Übersicht wurden Studien zusammengefasst, welche sich mit dem Thema Rauchen und Infektionen auseinandersetzten.

Methoden
Die Medline-Datenbank wurde nach englischsprachigen Arbeiten durchsucht, in denen Mechanismen untersucht wurden, die eine erhöhte Infektanfälligkeit durch Zigarettenrauchen erklären könnten. Ausserdem wurden epidemiologische Studien gesucht, welche die Assoziation von Rauchen und spezifischen Infektionen wie Tuberkulose oder Pneumokokkeninfektionen zum Inhalt hatten.

Ergebnisse
Mechanismen, die eine erhöhte Infektanfälligkeit durch Zigarettenrauch erklären könnten, sind einerseits strukturelle Veränderungen der Atemwege durch den Zigarettenrauch und andererseits verminderte Immunreaktionen. Epidemiologische Studien belegen, dass das Zigarettenrauchen einen Risikofaktor für verschiedene Infektionskrankheiten darstellt. So fand sich z.B. bei Raucherinnen und Rauchern ein 2- bis 4-mal höheres Risiko, an einer Pneumokokkeninfektion zu erkranken. In mehreren Studien wurde ein 2- bis 2,5-faches Tuberkuloserisiko bei stark Rauchenden festgestellt. Erkältungen und Grippeerkrankungen sind bei ihnen doppelt so häufig und die Erkrankungen verlaufen oft schwerer und komplikationsreicher. Rauchende haben auch ein erhöhtes Risiko für periodontale Erkrankungen. Ausserdem haben Kinder von rauchenden Eltern ein grösseres Risiko für Bronchitiden, Mittelohrentzündungen und Meningokokkeninfekte.

Schlussfolgerungen
Zigarettenraucherinnen und -raucher sind anfälliger für verschiedene Infektionskrankheiten. Die Studienverantwortlichen unterstreichen die Bedeutung der Bemühungen um Rauchabstinenz und Schutz vor passivem Rauchen. Sie empfehlen, alle Rauchenden gegen Grippe und Pneumokokken zu impfen.

 

Standpunkte und Meinungen

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