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Sprunggelenksläsionen klinisch beurteilen

a -- Van Dijk CN, Lim LSL, Bossuyt PMM et al. Physical examination is sufficient for the diagnosis of sprained ankles. J Bone Joint Surg (Br) 1996 (6. November); 78: 958-62
Kommentator(in): 
infomed screen Jahrgang 1 (1997) , Nummer 2
Datum der Ausgabe: Februar 1997

Studienziele

Eine Distorsion des oberen Sprunggelenks (OSG) wird meistens durch ein Supinations-Inversionstrauma verursacht. Dieses führt zu einer Überdehnung oder Zerreissung des lateralen Bandapparates. Die Beurteilung des Bandapparates erfolgt in der Regel nach klinischen Kriterien. Sogenannte gehaltene Röntgenaufnahmen zum Nachweis eines Talusvorschubes oder einer lateralen Aufklappbarkeit sind diagnostisch unzuverlässig. In dieser Studie wurde geprüft, wie zuverlässig eine laterale Bandläsion im OSG-Bereich mit einer klinischen Untersuchung diagnostiziert werden kann.

Methoden

Alle 160 Personen im Alter von 18 bis 40 Jahren, die während 12 Monaten von sich aus nach einem Unfall mit Beschwerden im lateralen Knöchelbereich die Notfallstation eines Amsterdamer Spitals aufsuchten, wurden in die Studie aufgenommen. Innerhalb von 48 Stunden nach dem Unfall wurde eine erste klinische Untersuchung durchgeführt, 4 bis 7 Tage später wurden alle Personen unabhängig von einem erfahrenen orthopädischen Chirurgen sowie von vier weniger erfahreneren Ärzten nach den gleichen Kriterien nochmals untersucht. Beurteilt wurde, ob Schmerzen im Bereich des vorderen fibulotalaren Bandes vorhanden waren, ob sich ein Hämatom gebildet hatte oder ob ein Talusvorschub festgestellt werden konnte. Bei allen Personen wurde eine Arthrographie durchgeführt.

Ergebnisse

Mit der ersten Untersuchung, die innerhalb von 48 Stunden nach dem Trauma durchgeführt wurde, konnten in 71% der Fälle fragliche Rupturen des fibulotalaren Bandes diagnostiziert werden. Dagegen konnte nur ein Drittel der Personen ohne Bandläsion erkannt werden. Zu diesem Zeitpunkt war es oft unklar, ob es sich bei der Schwellung um ein Hämatom oder lediglich um ein Ödem handelte.

Schlussfolgerungen

Mit der zweiten, einige Tage später durchgeführten Untersuchung konnten 96% der Rupturen diagnostiziert und 84% der Personen ohne Bandläsion identifiziert werden. Bei Personen, die über Schmerzen bei der Palpation des fibulotalaren Bandes klagten, ein Hämatom und einen Talusvorschub aufwiesen, wurde in 95% eine Bandruptur festgestellt. Die Resultate der verschiedenen Untersucher stimmten gut überein.

Die Studie zeigt, dass laterale Bandverletzungen mit einer klinischen Untersuchung einige Tage nach einem Trauma recht zuverlässig diagnostiziert werden können.

Begleitverletzungen sind jedoch mit einer klinischen Untersuchung schwierig oder überhaupt nicht zu diagnostizieren. In zahlreichen Studien konnte belegt werden, dass mit einer konservativen, früh einsetzenden funktionellen Behandlung eine ähnlich gute Bandstabilität erreicht werden kann wie mit einer operativ durchgeführten Bandnaht. Ungeachtet des therapeutischen Vorgehens bleiben nach Distorsionen des OSG in etwa 10 bis 20% der Fälle funktionelle Störungen bestehen. Das ursächliche Problem ist nicht nur die mechanische Instabilität, sondern Begleitverletzungen wie Schäden z. B. im Bereich des Knorpels, der Nerven, der Peronealsehne oder der Syndesmose.

Benedikt Holzer

 

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Sprunggelenksläsionen klinisch beurteilen (Februar 1997)
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