Pharma-Kritik

Nebenwirkungen aktuell

Etzel Gysling
Reviewer: Etzel Gysling
pharma-kritik Jahrgang 27, Nummer 4, PK684
Redaktionsschluss: 7. Juni 2005
DOI: https://doi.org/10.37667/pk.2005.684
SILDENAFIL
Sildenafil, der bekannteste Hemmer des Typs 5 der Phosphodiesterase, wird seit 1998 zur Behandlung der erektilen Dysfunktion verwendet. Neuerdings wird das Medikament auch bei pulmonaler Hypertonie eingesetzt. Wir haben 1999 das letzte Mal ausführlicher über Nebenwirkungen von Sildenafil berichtet.

Übersichtsarbeiten zum Thema:
Jackson G et al. Int J Clin Pract 2005; 59: 680-91
Fazio L, Brock G. Can Med Assoc J 2004; 170: 1429-37
Markenname: Sildenafil = Viagra®

Herzinfarkt

Ein 45-jähriger Raucher, der keine kardiovaskuläre Vorgeschichte hatte, erkrankte eine halbe Stunde nach der Einnahme einer 100-mg-Sildenafil-Tablette mit heftigen Schmerzen im linken Thorax, Brechreiz und Erbrechen. Die Beschwerden begannen, ohne dass der Patient sexuell aktiv gewesen wäre. Er wurde hospitalisiert; Laboruntersuchungen zeigten erhöhte Werte für die myokardiale Kreatinkinase (552 ng/ml), Myoglobin (>3000 ng/ml) und kardiales Troponin-T (10,68 ng/ml). Im EKG fanden sich Zeichen eines akuten anterioren Myokardinfarkts. Eine Behandlung mit Acetylsalicylsäure, Metoprolol (z.B. Beloc®) und Heparin wurde begonnen. Angiographisch konnte ein 80-prozentiger Verschluss des Ramus interventricularis anterior festgestellt werden. Es erfolgte eine Angioplastie mit Stenteinlage. Der Patient erholte sich vollständig und konnte nach einer Woche aus dem Spital entlassen werden. Obwohl in diesem Fall der Herzinfarkt nicht eindeutig Sildenafil zugeschrieben werden kann, gibt es plausible Hinweise auf einen Zusammenhang.

Kekilli M et al. Ann Pharmacother 2005; 39: 1362-4

Gemäss einer Übersichtsarbeit konnte zwar bei Männern, die Sildenafil einnahmen, allgemein keine Zunahme kardiovaskulärer Zwischenfälle gefunden werden. Dennoch nehmen die Autoren an, bei älteren Männern mit einer koronaren Herzkrankheit addierten sich bei Geschlechtsverkehr die Risiken der körperlichen Aktivität und diejenigen des Medikamentes. Von 69 Todesfällen, die der amerikanischen Arzneimittelbehörde im Zusammenhang mit Sildenafil

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