Vitamin B6: Vorsicht angezeigt

  • Autor(en): Stefan Weiler
  • pharma-kritik 2026 Mai; 48: PK1458
    Publikationsdatum: 13. Mai 2026
    DOI: https://doi.org/10.37667/pk.2026.1458
  • Die von der australischen Arzneimittelbehörde beschlossenen Einschränkungen für höher dosiertes Pyridoxin sind gut begründet und werfen auch in der Schweiz wichtige Fragen auf. 
Die australische Arzneimittelbehörde Therapeutic Goods Administration (TGA) verschärft die Abgaberegeln für Pyridoxin (Vitamin B6), um das Risiko peripherer Neuropathien zu reduzieren. Ab dem 1. Juni 2027 bleiben nur noch orale Präparate mit bis zu 50 mg/Tag frei verkäuflich. Dosierungen zwischen 51 und 200 mg/Tag sind nur noch nach Beratung in der Apotheke erhältlich, während Präparate über 200 mg/Tag verschreibungspflichtig werden. Fachpersonen sollen die gesamte Vitamin-B6-Zufuhr berücksichtigen: Nahrung (insbesondere Fleisch, Vollkorn, Gemüse und Nüsse), Nahrungsergänzungsmittel und Kombinationspräparate. Der durchschnittliche Bedarf liegt bei etwa 1,1–1,3 mg/Tag, die empfohlene Zufuhr bei 1,3–1,7 mg/Tag. Bereits seit 2022 müssen Präparate ab 10 mg/Tag Warnhinweise zu möglichen neurologischen Nebenwirkungen tragen.  Mitteilung der australischen Behörde: Medicines containing vitamin B6 (pyridoxine, pyridoxal or pyridoxamine)

Kommentar
Die von der australischen Arzneimittelbehörde beschlossenen Einschränkungen für höher dosiertes Pyridoxin sind gut begründet und werfen auch in der Schweiz wichtige Fragen auf. Lange wurde angenommen, dass wasserlösliche Vitamine wie Vitamin B6 weitgehend unbedenklich seien, da Überschüsse renal ausgeschieden werden. Diese Sicht ist jedoch überholt: Neuropathien mit Kribbeln, Taubheit oder Schmerzen sind als Folge einer Vitamin-B6-Überdosierung gut dokumentiert – teils sogar unter moderaten Dosen bei längerfristiger Einnahme. Besonders problematisch ist, dass Symptome einer Vitamin-B6-Toxizität jenen eines Mangels ähneln. Dies birgt die Gefahr, dass Betroffene ihre Beschwerden durch zusätzliche Supplemente unbeabsichtigt verschlimmern. Angesichts der Vielzahl an Quellen – von Multivitaminen bis zu angereicherten Lebensmitteln – ist eine verlässliche Einschätzung der Gesamtzufuhr oft schwierig. Neben zu überdenkenden Abgabebeschränkungen wären auch klarere Deklarationen, kleinere Höchst
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Vitamin B6: Vorsicht angezeigt (13. Mai 2026)
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pharma-kritik, 48/No.
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