Psychiatrische Nebenwirkungen von GLP-1-Rezeptoragonisten

  • Autor(en): Natalie Marty
  • pharma-kritik-Jahrgang 46 , Nummer 6, PK1379
    Redaktionsschluss: 25. Juli 2025
In einer Pharmakovigilanz-Studie wurde untersucht, ob zu GLP-1-Rezeptoragonisten mehr Meldungen über psychiatrische Nebenwirkungen als zu anderen Medikamenten vorliegen. Dazu wurden die entsprechenden Datenbanken aus den USA, Kanada und Australien analysiert. Mittels einer Disproportionalitäts-Analyse konnten so «Reporting Odds Ratios» (ROR) berechnet werden. Für Semaglutid (Ozempic®, Wegovy® u.a.) und Liraglutid (Victoza®, Saxenda®) fand sich eine erhöhte ROR für Depressionen/Suizidalität, für Semaglutid auch für Panikattacken. Für Dulaglutid (Trulicity®) war die ROR insbesondere für Schlaflosigkeit erhöht. Wie bei anderen Studien dieser Art müssen diese Resultate mit Vorsicht interpretiert werden, insbesondere weil Detaildaten zu den behandelten Personen fehlen. Auch enthalten die Datenbanken naturgemäss weniger Meldungen zu neueren Arzneimitteln als zu Medikamenten, die schon länger im Handel sind. Weitere Studien werden empfohlen, um genauer zu verstehen, in welchen Fällen es zu diesen Nebenwirkungen kommt. Vorderhand sollten jedenfalls immer auch der psychische Zustand und eine allfällige Vorgeschichte der Behandelten berücksichtigt werden. 

Diese Studie liefert zwar keine Beweise zum kontrovers diskutierten Thema, ob «Abnehmspritzen» die Gefahr von Suizidgedanken erhöhen. Sie weist aber einmal mehr darauf hin, dass psychische Auswirkungen der GLP-1-Agonisten genauer untersucht werden müssen. 

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Psychiatrische Nebenwirkungen von GLP-1-Rezeptoragonisten (25. Juli 2025)
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pharma-kritik, 46/No. 6
PK1379
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