Diuretika und Hauttumoren

  • Autor(en): Etzel Gysling
  • pharma-kritik-Jahrgang 40 , Nummer 9, PK1061
    Redaktionsschluss: 1. März 2019
    DOI: https://doi.org/10.37667/pk.2018.1061
  • Wahrscheinlich begünstigen Hydrochlorothiazid und andere Diuretika die Entstehung von Hauttumoren. In welchem Ausmass dies das Nutzen/Risiko-Verhältnis von Hydrochlorothiazid (und allenfalls anderen Diuretika) verändert, ist aktuell nicht genügend dokumentiert.

Aufgrund eines Untersuchungsberichtes der europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) hat die schweizerische Behörde Swissmedic im November 2018 «wichtige sicherheitsrelevante Informationen zu einem erhöhten Risiko von nicht-melanozytären Tumoren der Haut … unter Exposition gegenüber Hydrochlorothiazid» publiziert.(1) Hydrochlorothiazid ist als Monopräparat (Esidrex®) und als Bestandteil zahlreicher kombinierter Antihypertensiva im Handel. Der Inhalt der erwähnten Mitteilung ist in der Folge auch von allgemeinen Medien aufgegriffen worden und hat zu einer starken Verunsicherung der vielen Patientinnen und Patienten geführt, die ein Hydrochlorothiazid-haltiges Antihypertensivum einnehmen. Eine genauere Analyse der entsprechenden Daten drängt sich daher auf; im folgenden Text werden die Resultate verschiedener Studien zum Thema beschrieben und praxisorientierte Empfehlungen formuliert.


Studien zum Tumorrisiko
Wie für die meisten anderen Medikamente wurden unerwünschte Wirkungen von Hydrochlorothiazid (oder anderen Diuretika) nie langfristig in randomisierten Studien untersucht. Bei den vorliegenden Studien handelt es sich vielmehr um Fall-Kontroll-Studien, in denen retrospektiv «Tumorfälle» mit passenden Kontrollen verglichen werden. Fast alle diese Studien beruhen auf Daten aus Dänemark. Eine erste Studie betrifft die Region Nordjütland. Für die Zeit von 1989 bis 2003 wurden im Krebsregister die Fälle von nicht-melanotischen Hauttumoren (Basaliomen und Spinaliomen) und malignen Melanomen identifiziert und «passenden» Kontrollen gegenübergestellt. Anhand der Verschreibungs-Da

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Diuretika und Hauttumoren (1. März 2019)
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pharma-kritik, 40/No. 9
PK1061