Pharma-Kritik

Eine niedrigdosierte Levonorgestrel-Spirale

Alexandra Röllin
pharma-kritik Jahrgang 38, Nummer 8, PK1003
Redaktionsschluss: 5. Dezember 2016
DOI: https://doi.org/10.37667/pk.2016.1003

Gegenüber Mirena® setzt die neuere Spirale – Jaydess® – weniger Levonorgestrel frei. Zurzeit genügen die vorliegenden Daten aber nicht, um der neuen, gesamthaft teureren Spirale relevante Vorteile zuzuschreiben.

Als Weiterentwicklung der Kupfer-Spirale wurden in den 1970er-Jahren intrauterine Systeme (IUS) entwickelt, die kontinuierlich Hormone in die Uterushöhle abgeben und dort lokal wirken. Seit 1995 ist unter dem Namen Mirena® ein T-förmiges IUS, das 52 mg Levonorgestrel enthält, im Handel.(1) Seit 2014 ist nun ein etwas kleineres und niedriger dosiertes Produkt, das 13,5 mg Levonorgestrel enthält, unter dem Namen Jaydess® erhältlich.(2) Im Vergleich zu Mirena®, das insgesamt 5 Jahre im Uterus belassen werden kann, muss Jaydess® bereits nach 3 Jahren ersetzt werden.

Chemie/Pharmakologie
Für die kontrazeptive Wirkung wird vor allem eine veränderte Viskosität des Zervikalschleims verantwortlich gemacht. Auch die Endometrium-Proliferation wird vermindert, es entwickelt sich innerhalb weniger Wochen eine Atrophie des Endometriums, die ebenfalls schwangerschaftsverhütend sein dürfte. Durch die Wirkung auf das Endometrium werden ausserdem Dauer und Intensität der Menstruationsblutungen vermindert und es kommt nach wenigen Monaten häufig zu einer Amenorrhoe. Im Gegensatz zu Mirena®, wo Eireifung und Ovulation zumindest teilweise unterdrückt werden, scheinen diese unter Jaydess® vollständig erhalten zu bleiben.(1,3)

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