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Werden Vorteile der medikamentenbeschichteten Koronarstents überschätzt?

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 20. Juli 2006

Koronarstents, die mit Substanzen wie Sirolimus oder Paclitaxel beschichtet sind, werden heute – obschon wesentlich teurer – sehr häufig gegenüber unbeschichteten bevorzugt, da sie mit einem verminderten Restenose-Risiko einhergingen. Diese Praxis wurde jedoch kürzlich in den "Annals of Internal Medicine" mit folgenden Kritikpunkten in Frage gestellt: (1) Der klinische Nutzen der medikamentenbeschichteten Stents wird überschätzt, zum Beispiel weil in den Vergleichsstudien bei den unbeschichteten Stents nicht die bestmöglichen Modelle gewählt wurden; (2) Stentthrombosen, potentiell lebensbedrohend, kommen bei den medikamentenbeschichteten Stents wahrscheinlich häufiger vor als gemeinhin angenommen; (3) in den Studien wurde der "weiche" Endpunkt der Revaskularisationsrate gegenüber den "harten" Endpunkten wie Myokardinfarkt oder Tod zu stark gewichtet; (4) das Kosten-Nutzen-Verhältnis von medikamentenbeschichteten Stents wird als zu günstig dargestellt. Die Autoren der Übersicht plädieren deshalb dafür, dass medikamentenbeschichtete Stents wieder restriktiver verwendet werden. Abstract der Übersicht aus "Annals of Internal Medicine":
http://www.annals.org/cgi/content/abstract/144/12/913

 
Werden Vorteile der medikamentenbeschichteten Koronarstents überschätzt? (20. Juli 2006)
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