Dexamethason: Kein Vorteil für herzoperierte Kleinkinder

  • Verfasst von: Urspeter Masche
  • Datum: 17. August 2020

Kleinkinder, die wegen eines angeborenen Herzfehlers operiert werden, erhalten perioperativ häufig Steroide, um systemische Entzündungsreaktionen zu dämpfen, die im Zusammenhang mit dem extrakorporalen Kreislauf gesehen werden und die Komplikationen fördern. Diese Praxis wurde nun in einer Doppelblindstudie genauer untersucht. 394 Kleinkindern im Alter von höchstens 12 Monaten, bei denen eine Herzoperation durchgeführt werden musste, verabreichte man nach dem Einleiten der Anästhesie eine Einmaldosis Dexamethason (1 mg/kg) oder Placebo. Der primäre Endpunkt setzte sich aus folgenden Ereignissen zusammen, die innerhalb von 30 Tagen nach der Operation auftraten: Tod; Myokardinfarkt; Nierenversagen; neurologische Komplikation; Notwendigkeit einer extrakorporalen Membranoxygenierung, Reanimation oder verlängerten Beatmung. In der Dexamethason-Gruppe waren 38% der Behandelten von einem solchen Ereignis betroffen, in der Placebo-Gruppe 46%; mit einer «Hazard Ratio» von 0,82 (0,60–1,10) war dieser Unterschied nicht signifikant.

Kurzform der Studie aus dem JAMA: Effect of Intraoperative Dexamethasone on Major Complications and Mortality Among Infants Undergoing Cardiac Surgery

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