Neuroleptika und akute Ateminsuffizienz

  • Verfasst von: Urspeter Masche
  • Datum: 7. Juni 2020

In einer kürzlich erschienenen Fall-Kontroll-Studie wurden rund 7000 Patienten und Patientinnen, bei denen man die Diagnose einer akuten Ateminsuffizienz codiert hatte, mit geeigneten Kontrollpersonen verglichen. Man stellte fest, dass in der Fallgruppe signifikant häufiger Neuroleptika verwendet worden waren als in der Kontrollgruppe. Die «Odds Ratio» betrug 2,33 (2,06–2,64), wenn die Neuroleptikum-Einnahme 1 bis 14 Tage vor dem Auftreten der Ateminsuffizienz stattgefunden hatte, 1,79 (1,43–2,25), wenn die Einnahme 15 bis 30 Tage, und 1,41 (1,20–1,66), wenn sie 31 bis 90 Tage zurückgelegen hatte. Der Zusammenhang war sowohl bei typischen wie atypischen Neuroleptika zu beobachten. Ausserdem war ein dosisabhängiger Effekt zu erkennen.

Kurzform der Studie aus dem «British Journal of Clinical Pharmacology »: Use of antipsychotics and the risk of acute respiratory failure among adults: A disease risk score-matched nested case-control study

News: Neuroleptika und akute Ateminsuffizienz (7. Juni 2020)
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