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Morbus Meulengracht und Medikamente

Autor(in): Urspeter Masche
Datum: 24. Januar 2020

In der «Arzneiverordnung in der Praxis» ist eine kurze Übersicht zu Medikamenten und Morbus Meulengracht (Gilbert-Syndrom) erschienen. Dem M. Meulengracht liegt eine reduzierte Aktivität der UDP-Glucuronosyltransferase-1A1 (UGT1A1) zugrunde; dies bedeutet, dass Bilirubin und potentiell auch gewisse Medikamente vermindert glukuronidiert werden.
Paracetamol gehört zu den Medikamenten, bei denen die Glukuronidierung einen wichtigen Abbauweg darstellt. Bislang gibt es jedoch keine Hinweise, dass Paracetamol für Personen mit M. Meulengracht mit einem erhöhten Risiko verbunden ist. Dies dürfte damit zusammenhängen, dass Paracetamol nicht nur über UGT1A1, sondern auch über andere UGT-Isoformen glukuronidert wird. Die Angabe in der Fachinformation, dass Paracetamol bei M. Meulengracht kontraindiziert sei, entbehre wissenschaftlicher Grundlagen.
Eine Bedeutung hat ein M. Meulengracht aber, wenn Irinotecan (Campto® u.a.) verabreicht wird. Der aktive Metabolit dieses Zytostatikums wird über UGT1A1 metabolisiert, weshalb bei M. Meulengracht die Gefahr einer Irinotecan-Toxizität zunimmt.
Ausserdem können UGT1A1-Hemmer wie das HIV-Mittel Atazanavir (Reyataz® u.a.) bei M. Meulengracht die Hyperbilirubinämie verstärken.

Volltext der AVP-Übersicht: Paracetamol beim Morbus Meulengracht

 
Morbus Meulengracht und Medikamente (24. Januar 2020)
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