Sectio erhöht Risiko für Totgeburten

  • a -- Smith PG, Pell JP, Dobbie R. Caesarean section and risk of unexplained stillbirth in subsequent pregnancy. Lancet 2003 (29. November); 362: 1779-84 [Link]
  • Zusammengefasst von: Peter Ritzmann
  • infomed screen Jahrgang 8 (2004) , Nummer 3
    Datum der Ausgabe: März 2004

Es sind verschiedene, teilweise komplexe Gründe, die zu der starken Zunahme von Schnittentbindungen in den vergangenen Jahren geführt haben. Verschiedene Studien zeigten Vorteile der Sectio für Mutter und/oder Kind in bestimmten Situationen. Es ist allerdings auch bekannt, dass Komplikationen wie Gebärmutterruptur aber auch Plazentalösung und Placenta praevia in späteren Schwangerschaften häufiger auftreten. Über das Risiko für Totegburten ist wenig bekannt.
In dieser schottischen Studie wurden die Daten der offiziellen Datenbanken aus den 80er- und 90er-Jahren bezüglich Geburten und Totgeburten miteinander verknüpft. Dabei fand sich für Schwangerschaften nach einer Schnittentbindung ein signifikant erhöhtes Risiko für unerklärte Totgeburten nach der 34. Schwangerschaftswoche gegenüber Schwangerschaften nach einer vaginalen Geburt. Korrekturen mit anderen Faktoren der vorangegangenen Schwangerschaft brachten den Effekt nicht zum Verschwinden. In absoluten Zahlen betrug das Risiko für eine unerklärte Totgeburt nach einer Sectio 1,77 pro 1'000 Geburten und war damit ziemlich genau doppelt so hoch wie nach einer vaginalen Entbindung.
Das absolute Risiko für eine unerklärte Totgeburt ist klein auch bei Frauen, die bereits eine Sectio gehabt haben. Dass es relativ gesehen etwa doppelt so hoch ist wie nach einer vaginalen Entbindung, sollte aber Frauen, die eine Schnittentbindung wünschen, nicht verschwiegen werden.

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infomed-screen 8 -- No. 3
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Sectio erhöht Risiko für Totgeburten (März 2004)