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Sensitive Troponin-Tests überlegen (Studie 2)

a -- Keller T, Zeller T, Peetz D et al. Sensitive troponin I assay in early diagnosis of acute myocardial infarction. N Engl J Med 2009 (27. August); 361: 868-77 [Link]
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infomed screen Jahrgang 13 (2009), Nummer 6
Datum der Ausgabe: November 2009

Im gleichen Heft wurde eine zweite Studie der Gutenberg- Universität in Mainz zum identischen Thema veröffentlicht. Dabei handelt es sich um eine Multizenterstudie, in welche 1'818 Leute eingeschlossen wurden. Im Gegensatz zur Basler Studie wurde in dieser Arbeit nur ein einziger sensitiver Troponin I-Test mit der konventionellen Troponin-Testung verglichen. Das Ergebnis war ähnlich jenem der Basler Studie. Insgesamt war der sensitive Troponin I-Test dem Standard-Test signifikant überlegen (AUC Standard 0,85, sensitiver Troponin I-Test 0,96), jedoch blieb dieser Vorteil über die Zeit vom Eintritt bis zum 6-Stunden-Wert unverändert, zeigte also im Frühstadium keinen zusätzlichen Benefit.

Beide Zusammenfassungen von Werner Eugster

Für die Praxis kommen die Erkenntnisse aus diesen beiden Studien zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Zum einen ist unbekannt, wann diese Tests auch in der Praxis zur Verfügung stehen und welcher apparative Aufwand bzw. welche Investitionen dafür notwendig sein werden. Nach dem politischen Entscheid, das Präsenzlabor in der Praxis nicht mehr oder nur noch knapp kostendeckend zu vergüten, überlegen sich heute viele Praxen, das Labor aus dem Praxisalltag zu streichen. Selbstredend werden sich diese Praxen nur noch eingeschränkt für die vorliegenden Resultate interessieren bzw. diese nicht mehr umsetzen. Damit dürfte gerade bei jener Schnittstelle, wo sich die Fragestellung eines akuten Herzinfarktes am häufigsten und im Verlauf der Krankheit am frühesten ergibt, nämlich in der Allgemeinpraxis, dieser wissenschaftliche Fortschritt am wenigsten genutzt werden. Ohne das Monitoring der FMH betreffend der Auswirkungen des politischen Laborentscheids abwarten zu müssen, zeichnet sich hier ein konkretes Beispiel ab, wie politisch eindimensionales Denken den Nutzen von medizinischem Fortschritt relativiert bzw. verunmöglicht.

Werner Eugster

 

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Sensitive Troponin-Tests überlegen (Studie 2) (November 2009)
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