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Inhalierte Anticholinergika erhöhen das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse (Studie 1)

m -- Singh S, Loke YK, Furberg CD. Inhaled anticholinergics and risk of major adverse cardiovascular events in patients with chronic obstructive pulmonary disease: a systematic review and meta-analysis. JAMA 2008 (24. September); 300: 1439-50 [Link]
Zusammerfasser(in):
infomed screen Jahrgang 13 (2009), Nummer 1
Datum der Ausgabe: Januar 2009

Studienziele
Ipratropiumbromid (Atrovent® u.a.) und Tiotropium (Spiriva ®) werden bei der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) zur symptomatischen Besserung der obstruktiven Ventilationsstörung eingesetzt. Auch Exazerbationen und Hospitalisationen wegen respiratorischen Problemen können durch diese inhalierten Medikamente reduziert werden. Es wurde jedoch unter der Behandlung mit Ipratropiumbromid eine kleine Zunahme kardiovaskulärer Ereignisse beobachtet. Eine weitere Untersuchung ergab den Verdacht auf eine erhöhte Zahl von Hirnschlägen unter Tiotropium. Diese Meta-Analyse sollte vor allem den langfristigen Einfluss der genannten Medikamente auf die kardiovaskulären Ereignisse klären.

Methoden
In verschiedenen Datenbanken wurden randomisierte Studien gesucht, in denen Anticholinergika mit anderen Medikamenten oder mit Placebo verglichen wurden. Primärer Endpunkt war die Anzahl kardiovaskulärer Ereignisse, eine Kombination von kardiovaskulären Todesfällen, Herzinfarkten und Hirnschlägen. Sekundärer Endpunkt war die Gesamtmortalität.

Ergebnisse
Von 103 genauer beurteilten Studien erfüllten 17 mit zusammen rund 15’000 Personen die Einschlusskriterien. Bei 5 dieser Untersuchungen mit rund der Hälfte der Untersuchten dauerte die Beobachtungszeit über 48 Wochen, bei den übrigen 12 Studien 6 bis 26 Wochen. 1,8% der mit Anticholinergika behandelten Personen waren von kardiovaskulären Ereignissen betroffen, bei den Kontrollen waren es nur 1,2%. Das relative Risiko unter Anticholinergika betrug somit 1,58 (95%-CI 1,21-2,06). Die Gesamtmortalität war nicht signifikant erhöht (2,0% gegenüber 1,6%; RR 1,26; 95%-CI 0,99-1,61). In den fünf länger dauernden Studien waren die Unterschiede bezüglich des primären Endpunktes noch ausgeprägter und gar für die beiden Substanzen einzeln signifikant.

Schlussfolgerungen
Inhalierte Anticholinergika erhöhen bei Personen mit einer COPD die Zahl kardiovaskulärer Ereignisse wie kardiovaskuläre Todesfälle, Herzinfarkte und Hirnschläge. Dies sollte vor allem bei Personen, die bereits ein hohes kardiovaskuläres Risiko haben, beachtet werden.

Zusammengefasst von Peter Koller

 

Standpunkte und Meinungen

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