Harnwegsinfekte im Pflegeheim

  • r -- Loeb M, Brazil K, Lohfeld L et al. Effect of a multifaceted intervention on number of antimicrobial prescriptions for suspected urinary tract infections in residents of nursing homes: cluster randomised controlled trial. BMJ 2005 (24. September); 3 [Link]
  • Zusammengefasst von: Daniel Pewsner
  • infomed screen Jahrgang 10 (2006) , Nummer 1
    Datum der Ausgabe: Januar 2006

Bei Menschen, die in einem Pflegeheim leben, besteht häufig eine asymptomatische Bakteriurie, die nicht behandlungsbedürftig ist. Diese Studie hatte zum Ziel, die Auswirkung von neu eingeführten diagnostischen und therapeutischen Algorithmen auf die Verschreibungshäufigkeit von Antibiotika zu überprüfen. 24 Pflegeheime mit mindestens 100 Betreuten (insgesamt 4’217 Individuen) wurden nach dem Zufallsprinzip aufgeteilt. In 12 Pflegeheimen erfolgte keine Intervention, bei der anderen Hälfte wurden diagnostische und therapeutische Algorithmen bei Verdacht auf einen Harnwegsinfekt (HWI) eingeführt, wobei das Pflegepersonal und das ärztliche Team intensiv geschult wurden.

In der Interventionsgruppe wurden mit 1,2 Behandlungen pro 1'000 Tage statistisch signifikant weniger antibiotische Therapien wegen Verdacht auf HWI durchgeführt als in der Kontrollgruppe (1,6/1’000 Tage). Der Einsatz von Antibiotika insgesamt lag ebenfalls leicht tiefer als in der Kontrollgruppe (Unterschied nicht signifikant). Bezüglich Hospitalisationshäufigkeit und Mortalität fanden sich zwischen den beiden Gruppen keine statistisch signifikanten Unterschiede.

Durch eine intensive Schulung von Pflege- und ärztlichem Personal in Pflegeheimen kann die Häufigkeit von Antibiotikaverschreibungen bei Verdacht auf HWI verringert werden – und dies wahrscheinlich, ohne die Gesundheit der Betreuten zu gefährden.

Zusammengefasst von Daniel Pewsner

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Harnwegsinfekte im Pflegeheim (Januar 2006)